Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Problem überbewertet?

Die US-Ölvorräte konnten seit der letzten Woche auf breiter Front zulegen. Rohöl, Heizöl, Diesel und sogar Benzin zeigen in den gestern präsentierten Veröffentlichungen satte positive Werte. Mit dieser Erkenntnis überraschten die zwei zuständigen Institutionen die Märkte. Die Preise reagierten umgehend mit kräftigen Verlusten. Rohöl verlor rund einen Dollar.

Der Handelstag begann bullish. Das entspricht der allgemeinen Stimmung an den Märkten. Sie wird von verschiedenen Unsicherheitsfaktoren getragen. So wachsen die Zweifel über die Rückkehr des Iraks als Öllieferant. Die Mai-Ziele der Produktion wurden klar verfehlt. Die Juni-Ziele sind nicht mehr zu realisieren. Die wiederbelebte Verkauforganisation Somo verfügt nicht über eine ausrechende Infrastruktur. Plünderung und Gewalt bleiben ein Hauptproblem im Land. Analysten schätzen, dass die südlichen Felder frühestens ab August Öl auf die Weltmärkte liefern können. Neben dem Irak wird die US-Benzinproduktion als weiteres Argument für den leichten Aufwärtstrend der Preise genannt.

Mit der Veröffentlichung der Vorratsdaten wurde zumindest das zweite Argument ad absurdum gestellt. Zwischen 2,3 und 3,1 Mio. Barrel ist der Benzinvorrat binnen einer Woche angestiegen. Und dieser Anstieg ging weder auf Kosten der Heizölproduktion, der Vorrat stieg zwischen 2,1 und 3,0 Mio. Barrel, noch auf Kosten der Rohölvorräte. Sie steigen zwischen 2,0 und 2,8 Mio. Barrel. Alle Produkte zusammen legten zwischen 7,1 und 8,2 Mio. Barrel zu. Die Händler schichteten ihre Engagements sofort um. Die Preise fielen.

In der Nacht kam der heftige Kursrückgang zur Ruhe. Das allgemeine Preisniveau passt weiterhin in das Bild eines Aufwärtstrends. Kurzfristig besteht aber Potential für anhaltende Korrekturen der jüngsten Gewinne.

Heute Morgen gibt der Gasölpreis wieder etwas nach. Mit 229,50$ pro Tonne liegt er knapp unter der gestrigen Handelsspanne.

Unsere Heizölpreise zeigten gestern bereits Reaktionen auf die Vorgaben der Weltmärkte. Sie gaben etwas nach. Heute wird sich die Bewegung vermutlich fortsetzen. Ein deutlicher Preisrückgang ist allerdings nicht zu erwarten, da der Dollar aktuell steigt. Er wirkt, wie so oft in letzter Zeit, kompensierend, jetzt allerdings mit umgekehrtem Vorzeichen. Für die nächsten Tage gehen wir von einem seitwärtsgerichteten Verlauf der Preise auf einem uneingeschränkt kaufenswerten Niveau aus.

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