Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Pulver verschossen

Durchaus erwartungsgemäß verpuffte gestern der am Wochenende verkündete Beschluss der OPEC, die Fördermengen um 1,5 Mio. Barrel pro Tag zu steigern. Die Preisentwicklung folgte eher der negativen Phantasie, die vom Truppenaufmarsch in der Golfregion ausgeht und der anhaltend desolaten Lage in Venezuela.

Das Ansinnen der OPEC, durch Mengenzunahme für Preisrückgang zu sorgen, kann als einer von vielen erfolglosen Versuchen angesehen werden, direkte Steuermechanismen auf den Markt anzuwenden. So einfach wie Lehrbücher die Marktgleichung beschreiben, verläuft die Realität nicht. Schon häufig konnten wir beobachten, dass der Markt nicht den rationalen Ideen seiner vermeintlichen Gestalter folgt. In diesem speziellen Fall kommt als kontraproduktive Komponente hinzu, dass durch den OPEC-Beschluss leise Zweifel wachsen, ob die Organisation für den Fall, dass die Lage beispielsweise durch einen Krieg im Irak noch angespannter wird, überhaupt etwas hinzuzusetzen hat. Oder ist sie derzeit am Ende ihrer Fördermöglichkeiten angelangt?

Venezuela macht weiter durch Streiks, einen bewegungslosen Präsidenten und durch nicht endende Versprechungen, die Ölproduktion binnen weniger Tage wieder auf ein einigermaßen normales Niveau zu heben, auf sich aufmerksam. Fakt ist, dass die Produktion bei etwa 20-25% vergangener Tage vor sich hin dümpelt. Eine Änderung ist entgegen aller Beteuerungen nicht in Sicht. Es herrscht Stillstand auf ganzer Linie.

Der gestrige Preisanstieg geht sowohl fundamental als auch charttechnisch in Ordnung. Die Zeichen stehen weiterhin für einen Aufwärtstrend, wobei die Steigung im Vergleich zum Dezember deutlich reduziert ist. Es kann durchaus zu häufigeren Brüchen kommen, die ein kurzfristiges Bild einer Seitwärtsbewegung erscheinen lassen.

Heute Morgen schließt der Gasölpreis etwa dort an, wo er gestern endete. Die Tonne kostet aktuell 262,50$.

Unser Heizölpreis hat etwas Nachholbedarf, sich dem gestiegenen Weltmarktniveau anzupassen. Dass die Anpassung nach oben langsam verläuft, kann auch mit der in weiten Teilen Deutschlands geringen Nachfrage zusammenhängen. Insbesondere im Süden der Republik scheinen die Verbraucher keinen Bedarf mehr an Heizöl zu haben.

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt unter
E-Mail: KlausBergmann@esyoil.com

Presse-Kontakt

Weitere Informationen