Unseren neuen Kommentar für den 10.12.16 finden Sie hier.


Quotenreduktion kaum durchsetzbar

Heute kommen die Ölminister der OPEC-Staaten in Qatar zusammen, um die Förderquoten der nächsten Monate festzulegen. Eine Beschlussfassung wird den Delegierten schwer fallen, da sie von den uneinschätzbaren Veränderungen im Irak verunsichert sind. Ausnahmsweise holen sie sich für ihr Treffen moralischen Beistand von sieben Nicht-OPEC-Staaten, die als Beobachter eingeladen wurden.

Die Grundstimmung steht klar auf Quotenkürzung. Damit wollen die OPEC-Vertreter einer möglichen Ölschwemme aus dem Irak entgegenwirken. Da die aber auf sich warten lässt und es momentan danach aussieht, dass die USA ihr Vorhaben, den Irak zu Demokratisieren und das Land zu wirtschaftlichem Wohlstand zu führen, nicht wie geplant realisieren können, ist die OPEC wankelmütig geworden. OPEC-Öl kostet aktuell 27,53$ pro Barrel bei steigender Tendenz. Das liegt kurz vor der oberen Eingriffsgrenze von 28$. Bei Überschreiten dieses Wertes ist eigentlich eine Erhöhung der Fördermengen vorgesehen. Niemand würde in dieser Lage eine Reduktion der Quoten als stabilisierende Maßnahme begreifen.

Ein weiterer Grund für ein Beibehalten der aktuellen Quoten ist der Umstand, dass die weltweiten Ölvorräte nach wie vor unterdurchschnittlich tief sind. Ein kontinuierlicher Bestandsaufbau in den nächsten Monaten wäre im Sinne stabilerer Preise wünschenswert. Daran sind Lieferanten und Verbraucher gleichermaßen interessiert. Und schließlich hat die OPEC noch Aktionsspielraum, indem sie zunächst die bestehenden Quoten respektiert. Die werden derzeit um rund 1,5 Mio. Barrel pro Tag überschritten.

Eine Reduktion der Mengen könnte fast im Alleingang durch Saudi Arabien geleistet werden. Deren Quote steht bei 8,3 Mio. Barrel pro Tag. Im Mai wurden 9,1 Mio. Barrel pro Tag gefördert. Hinter der starken Überschreitung steckt keine planlose Gier sondern vertragliche Bindung, die im Schatten des Irakkrieges eingegangen wurde und zur Sicherung der Ölversorgung diente. Ab Juni besteht die Verpflichtung nicht mehr, so dass mit einer zügigen Reduktion zu rechnen ist.

Die Märkte sind genauso verunsichert wie die OPEC. Sie treiben die Preise zu starken Schwankungen an. Gestern betrug die Preisspanne bei Rohöl wieder annähernd einen Dollar. Bei Handelsschluss stand der Preis höher als am Vortag. Der Aufwärtstrend ist stabil.

Heute Morgen legt der Gasölpreis leicht zu. Mit 239,50$ pro Tonne liegt er knapp über dem gestrigen Spitzenwert.

Unsere Heizölpreise gaben gestern nach. Heute ziehen sie wieder an. In Summe werden sie sich seitwärts bewegen. Der Dollar zeigt sich weiterhin schwach. Damit ist er in der Lage, die steigenden Ölpreise am Weltmarkt aufzufangen. Die Heizölpreise bleiben absolut kaufenswert.

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt unter
E-Mail: KlausBergmann@esyoil.com

Presse-Kontakt

Weitere Informationen