Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Rückkehr des Trends?

Der Ölpreis wird weiterhin vom Irakkrieg dominiert. Fundamentale Daten finden allerdings wieder Beachtung. Die führen dazu, die Entwicklung der Preise für Rohöl und Gasöl divergieren.

Rohöl zeigt auf Grund der Förderausfälle im Irak und in Nigeria eine inzwischen deutlich aufwärtsgerichtete Tendenz. Im Chart ergibt sich das Bild eines kurzfristigen Aufwärtstrends, der durchaus in der Rückkehr zum langfristigen Aufwärtstrend münden könnte. Die USA wollen ihre strategischen Reserven derzeit noch nicht freigeben. Das begünstigt den Preisanstieg. Nun könnte man spekulieren, dass die Zurückhaltung der US-Administration in der Frage der strategischen Reserven Strategie hat. Wenn sie eine deutliche Verschlechterung der Lage erwarten sollte, machte es Sinn, das Pulver der Reservefreigabe nicht zu früh zu verschießen. Es würde eventuell auf einem deutlich höheren Niveau gebraucht, um Schlimmeres zu verhüten. Momentan wird von verschiedenen Interessensgruppen eine ausgeglichene Versorgung postuliert. Wie viel Glauben man dem schenkt, zeigt die Preisentwicklung.

Gasöl und das amerikanische Heizöl zeigen eine andere Entwicklung. Die Preise fielen in den letzten zwei Handelstagen. Ursächlich sei das Auslaufen der starken Winternachfrage, wird von Händlern berichtet. Trotz des historischen Tiefstandes bei den Vorräten geht man offensichtlich von einer Entspannung der Versorgungslage aus. Das Augenmerk bei den raffinierten Produkten wird inzwischen stärker auf Benzin gelegt, das für die Fahrt in den Sommer benötigt wird. Im Chart ergibt sich bei Gasöl der Anschein einer abwärtsgerichteten Preisentwicklung.

Der Widerspruch zwischen Rohöl und Gasöl sollte sich in den nächsten Tagen auflösen. Die Frage ist nun, wer wen auf seine Seite zieht, das zu Preisanstieg neigende Rohöl das Gasöl oder das indifferent bis fallend tendierende Gasöl das Rohöl.

Heute Morgen zeigt Gasöl eine unentschlossene Bewegung. Der Preis von 257,50$ pro Tonne liegt etwas höher als der gestrige Schlusskurs.

Unsere Heizölpreise profitieren weiterhin vom fallenden Dollar. Heute Morgen gibt es zwar einen leichten Dreh in die umgekehrte Richtung. Der Abwärtstrend der US-Währung hinterlässt aber insgesamt einen stabilen Eindruck, so dass man lediglich von einer leichten Störung der Bewegung ausgehen kann. Der gefallene Gasölpreis macht unsere Preise schließlich richtig freundlich. Das aktuelle Niveau halten wir für kaufenswert, wenngleich der isoliert betrachtete Heizölchart den Verdacht auf weiter fallende Preise aufkommen lässt. Insbesondere die Situation beim Rohöl erzeugt bei uns aber Skepsis, dass die Spekulation auf fallende Preise aufgeht.

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