Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Reaktion auf knappes Rohöl

Die Spannung um den Irak ist gestern auf die nächste Stufe gesprungen. Nach weiteren Funden, über deren Bedeutung wild spekuliert wird, hat die Kriegswahrscheinlichkeit auf der nach oben begrenzten Eskalationsskala ein neues Hoch erreicht. Wo die Begrenzung liegt, wissen derzeit nur George Bush und seine Leute. Über Saddam Hussein gibt es ebenfalls sagenhafte Gerüchte. So wird von einem möglichen Gang ins Exil unter weitreichenden Vorbedingungen berichtet. Nicht akzeptabel lautet der knappe Kommentar aus Washington.

Kofi Annan sprach mit Hugo Chavez, dem Präsidenten Venezuelas. Er solle sich unverzüglich Neuwahlen stellen, war die einfache Botschaft, damit das Land eine Chance bekommt, den Totalruin zu vermeiden. Chavez klebt bekanntermaßen an der Macht. Und so zeigt er das, was der egomanische Politiker zum Überleben gelernt hat. Er spielt auf Zeit. Im August will er sich dem Votum seiner Bürger unterwerfen. Bliebe es dabei, wäre die Ölindustrie bis dahin vermutlich den gegenwärtigen Blockaden ausgesetzt. Diese Blockaden werden von Chavez geleugnet. Angeblich sei die Ölförderung auf gutem Weg der Genesung. Die Bekundung dieser Ansicht ist die zweite wichtige Politikerregel. Eingestandene Schwächen nützen nur dem politischen Gegner, also gibt es keine Schwächen. Die Fakten weisen aber eine andere Wahrheit aus.

Die Wahrheit ist schlicht die, dass Rohöl einknappes Gut wird. Da ist die Diskussion um die teilweise Freigabe der prall gefüllten strategischen US-Öllager naheliegend. Sie hat begonnen. Das letzte Mal öffnete Bill Clinton diese Lager während der Hochpreisphase im Jahr 2000. Und er tat dies mit Erfolg.

Dem Markt wird also einiges Futter zum Verdauen vorgeworfen. Gestern hatte er daran schwer zu tragen. Die Preise gingen hoch und runter. Auf eine Übertreibung nach oben folgte ein deutlicher Rückgang. Dieser könnte nun doch in Form einer Gegenreaktion weitergehen. Der Trend bleibt aber ungebrochen und stabil aufwärtsgerichtet.

Der Gasölpreis öffnet heute Morgen unter den Kursen von gestern. Die Tonne kostet zur Stunde 268,25$.

Unser Heizölpreis zappelt mit erträglichen Ausschlägen auf hohem Niveau herum. Heute Morgen ist er wieder etwas billiger. Er steht angesichts der Teuerung auf dem Weltmarkt auch relativ gut da. Im bundesdeutschen Mittel bleibt er unter 0,375 EUR pro Liter bei 3000 Litern Abnahmemenge. Das ist leicht unter unseren Erwartungen. Dank sei hier dem schwachen Dollar und der geringen Nachfrage ausgesprochen.

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