Unseren neuen Kommentar für den 11.12.16 finden Sie hier.


Reaktion total

Der Iran reagiert auf das angekündigte Ölembargo der EU so, wie man es von einem totalitären Regime erwarten darf. Er kappt seinerseits die Öllieferungen an die EU. Das jedenfalls ließ er gestern verlauten. Die EU will nach aktueller Erklärung im Juli mit dem Embargo beginnen. Die Erklärung lässt eine gewisse Ausführungsflexibilität offen. Der Iran will seinen Lieferstopp in der nächsten Woche in Kraft setzen. Eine elastische Auslegung lässt die totalitäre Kommunikation kaum zu. Nach eigener Erklärung sollen die weltweiten Ölpreise durch die Maßnahme in die Höhe getrieben werden. Dagegen werden Ölstaaten wenig einzuwenden haben. Die Sachlage sieht indes anders aus. Der Iran kann sein Öl nicht einfach behalten. Er muss es anderweitig verkaufen, weil er auf die Einnahmen dringend angewiesen ist. 60 Prozent der Wirtschaftsleistung hängen am Öl. Wenn der Iran als Konsequenz seiner Maßnahme größere Mengen bei den verbleibenden Kunden, allen voran China, absetzen will, wird er nicht höhere, sondern tiefere Preise realisieren. So ist das nun mal bei Sonderangeboten. Für die EU besteht in der Tat eine gewisse Gefahr für steigende Preise. Die dürfte aber begrenzt sein, da der Markt derzeit über ausreichende Mengen verfügt, um den Ausfall von rund 0,4 Mio. Barrel pro Tag verkraften zu können. Das Volumen ist deutlich geringer als die im vergangenen Jahr durch die libysche Revolution wegbebrochene Menge. Sie ist zum großen Teil wieder aufgebaut. Der Effekt auf das öffentliche Leben aus zu billig verkauftem Öl ist im Iran weitaus größer als der Einfluss zu teuer eingekauften Öls in der EU. Deshalb bleibt abzuwarten, was in den nächsten Tagen wirklich geschieht. Gestern sah man der Preisbewegung keine Unruhe an. Die kleine Aufwärtsbewegung verlief im Rahmen der Schwankung im Seitwärtstrend.

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Iran droht mit EU mit Ölboykott
Ausfälle von Lieferungen aus Nigeria und Sudan
Raffinerieprobleme in Europa
Chinas Ölverbrauch erreicht neues Hoch
Globale Ölnachfrage wächst

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: IEA wird Reserven bei iranischem Ölausfall freigeben
IWF senkt Wachstumsprognose
Schwache Nachfrage der reifen Industrienationen
Irak uns Venezuela wollen mehr Öl auf den Markt bringen
Schwere Schuldenkrise in den alten Industrienationen

Unsere Heizölpreise steigen. Sie folgen den Ölnotierungen. Ein Trend ist daraus nicht abzuleiten. Den erwarten wir eher als Folge der Euro-Abwärtsbewegung. Zurzeit spielt die keine Rolle. Der Euro erholt sich seit einigen Tagen. Deshalb gaben die Heizölpreise nach. Die Umkehr der Preisbewegung beim Heizöl passt nun aber in das Chartbild. Demzufolge wäre in den nächsten Tagen eine Aufwärtsbewegung fällig. Sie kann sowohl aus den Öl- als auch aus den Dollarnotierungen in Gang gesetzt werden. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren elektronischen Peilstab. Mit ihm lässt sich der Verbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

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