Unseren neuen Kommentar für den 02.12.16 finden Sie hier.


Rekordkurse für Öl und Dollar

Nun sollen es also doch über 100 Dollar für das Barrel Rohöl sein. Finanzinvestoren haben es geschafft, eine weitere Aufwärtswelle der Preise zu initiieren. Die hat in der Nacht bereits über die 99-Dollar-Marke getragen. Von einer Vielzahl bullischer Argumente ist die Rede. Die Liste „preistreibende Einflüsse“ kann problemlos auf doppelte Länge ausgeweitet werden. Die Tatsache, dass es derzeit genug Öl am Markt gibt und dass die Nachfrage weniger stark wächst als angenommen, wird dadurch nicht widerlegt. Insofern schafft das Studium der fundamentalen Einflüsse keinen Erkenntnisgewinn für die Preisentwicklung. Die lässt sich nur charttechnisch begründen. Der Dollar gilt als Inspiration für die Ölpreise. Er hat ein neues Allzeittief erreicht. Darin drückt sich die Unsicherheit über die US-Konjunkturentwicklung aus.

preistreibende (bullische) Einflüsse: Kaltwetterprognose für US-Heizölregion
Erwartung sinkender US-Bestände
Chinas Nachfrage steigt weiter kräftig
IEA prognostiziert Versorgungsengpässe ab 2012
Raffinerieprobleme in den USA
Türkei droht mit Militäraktion gegen PKK im Irak
USA verschärfen Sanktionen gegen den Iran
Charttechnik: starker Aufwärtstrend

preisdrückende (bärische) Einflüsse: IEA senkt Verbrauchsprognosen
Saudi Arabien will mehr Öl liefern
Europäer verweigern Heizölkonsum
Sorge über US-Konjunkturentwicklung
Weltweite Versorgung weist keine Löcher auf
OPEC sieht Märkte ausreichend versorgt

Unsere Heizölpreise ziehen von einem Rekordwert zum nächsten. Binnen 12 Wochen ist der Brennstoff bei Abnahme von 3000 Liter 20 Prozent teurer geworden. Die Tatsache, dass der Markt gut mit Ölversorgt ist, sollte der Preisübertreibung zwar in den kommenden Monaten ein Ende bereiten. Die Macht, mit der Finanzinvestoren den Markt dominieren, lässt allerdings Zweifel über die Höhe des möglichen Rückgangs aufkommen. Zudem muss befürchtet werden, dass das Timing Verbrauchern in dieser Heizperiode nicht nützt. D.h., die Preise könnten viel zu spät nachgeben.

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