Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Rohöl erreicht 35$

Die Gegenbewegung ist, ohne dass sie für Verbraucher nennenswerte Effekte brachte, bereits gelaufen. Und wieder steigen die Preise. Gestern hat WTI (Texas-Öl) die 35$-Marke erreicht. Es gibt nur wenige Momente in der Geschichte, in denen sich die Preise da oben aufhielten.

Fundamental gibt es keine Neuigkeiten. Die Gründe für steigende Preise sind derzeit so stabil wie ihr Trend. Wenig Öl in den US-Vorratsbehältern, kalte Temperaturen in verbrauchsstarken Regionen der USA im Anmarsch, der Dollar im historischen Tief und eine OPEC, die nicht am Ölhahn drehen will.

Es sieht so aus, als könnte derzeit einzig die OPEC etwas gegen die unaufhaltsam aufsteigenden Preise machen. Vom Kartell, das rund die Hälfte des weltweit vorhandenen Öls kontrolliert, wird eine Erhöhung der Förderquoten erwartet. Die Möglichkeiten dazu sind noch vorhanden. Und sie werden für lange Zeit vorhanden bleiben. Die bekannten Ölreserven sind im letzten Jahr wieder gestiegen. In erster Linie ist das auf Bewertungen der iranischen Lagerstätten zurückzuführen.

Trotz der zumindest für die Golfstaaten guten Aussichten weigern sich die Herren der Ölhähne noch, der Welt mehr Öl zuzugestehen und damit die Preise zurück zu holen. Vor dem 10. Februar, an dem Tag treffen sich die Ölminister in Algier, wird es keine Veränderung geben. Aus Venezuela wird der Preisanstieg sogar noch angefeuert. Allenfalls, so wird der Ölminister zitiert, werde man die Fördermengen kürzen, um die Preise hoch zu halten. Soweit wird es nicht kommen. Früher oder später wird die OPEC den Ölhahn aufdrehen und die Preise werden wieder sinken. Bis dahin könnten allerdings neue historische Höchststände erreicht werden.

Zugute halten muss man der OPEC, dass sie ihre eigenen Quoten derzeit um 1,5 Mio. Barrel pro Tag überschreitet. Das ist bereits mehr, als eine den einmal aufgestellten Regeln entsprechende Erhöhung brächte. Die OPEC wiederholt monoton ihre Meinung, dass die Schuld an den aktuellen Preisen bei Spekulanten zu suchen ist. Große Investmentfonds seien die einzig identifizierbaren Preistreiber.

Vermutlich ist diese Einschätzung richtig. Man muss mehrere Jahre zurückschauen, um ein so ausgeprägt bullisches Verhalten von großen Spekulanten zu finden, wie es aktuell vorherrscht. In der Charttechnik finden sie ihre Einstellung bestätigt. Nichts deutet derzeit auf ein Ende des Aufwärtstrends hin.

Die außerordentlich hohen Ölpreise sind in Europa kaum zu spüren, da der Dollarkurs extrem tief steht. Daran wird sich kurz- und mittelfristig vermutlich nichts ändern.

Der in Dollar notierte Gasölpreis zieht wieder an. Die Tonne kostet 291$. In Euro-Notierung vollzieht Gasöl seit gut drei Monaten eine Seitwärtsbewegung um die Marke von 220 EUR pro Tonne.

Unsere Heizölpreise blieben von dem Aufwärtstrend des Weltmarktes verschont. Auf Grund der Dollarschwäche ist ihre Preisentwicklung eher seitwärts gerichtet. Wir befürchten allerdings, dass die hohen Weltmarktpreise hierzulande nicht ganz wirkungslos bleiben werden. Daher raten wir Verbrauchern, die im Winter noch Heizöl brauchen, dieses jetzt zu ordern. Um einen kompletten Jahresbedarf zu decken, sollte man bessere Preise abwarten. Noch besteht Hoffnung, dass diese kommen werden, wenngleich man die Gefahr dauerhaft höher Preise nicht außer Acht lassen sollte.

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