Unseren neuen Kommentar für den 03.12.16 finden Sie hier.


Rohöl wieder bei 60 Dollar

Der Preisdruck hält noch an. Die Preisbildung basiert allerdings auf einem geringen Handelsvolumen. Daher gilt sie als wenig repräsentativ. Nach einer Abwärtsbewegung während des gesamten Dezembers tendiert die Meinung für den weiteren Verlauf zu einer charttechnisch motivierten Gegenbewegung. Fundamental drückt das US-Wetter weiter auf die Preise. Der Dollar steht wieder unter Abgabedruck. Die europäische Währung wird für 2007 als stärker eingeschätzt.

Der Preisrückgang der letzten vier Wochen wurde von den milden Temperaturen in den USA hervorgerufen. Folgerichtig betraf er Heizöl und Gasöl deutlicher als Rohöl. Dass Rohöl angesichts rückläufiger US-Vorräte überhaupt nachgab, untermauert den starken Wettereinfluss. Der führte zu Brennstoffpreisen nahe den Jahrestiefs 2006. Der im Jahresverlauf rückläufige Dollarkurs bewirkte schließlich, dass die MwSt.-Erhöhung in Deutschland fast unbemerkt in die Heizölpreise einfloss.

Das reichlich vorhandene politische Störpotenzial spielt momentan keine Rolle für die Preisbildung. Im Jahresverlauf dürfte sich die in dieser Frage gelassene Haltung der Broker spätestens ändern, wenn unliebsame Wettereinflüsse hinzukommen. Dann kann aus dem Gefühl, gut versorgt zu sein, schnell der Eindruck entstehen, dass das Angebot ?auf Kante genährt sei?. In Zukunft dürften Stimmungsänderungen zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tote betrübt häufiger auftreten. Die schwer einschätzbare reale Versorgungslage ist dafür die Grundlage. Die politische Instabilität wichtiger Versorgungsländer ist der Verstärker für die Preisbewegung. Stabile politische Verhältnisse sind eher die Ausnahme. Norwegen ist hierfür ein leuchtendes Beispiel. Aber das Land verliert wegen seiner rückläufigen Förderung an Bedeutung für die Ölversorgung. Als recht stabil kann auch Russland angesehen werden. Bei den Gaslieferungen hört die Stabilität allerdings an den Landesgrenzen auf. Als wenig stabil gelten Schwergewichte wie Saudi Arabien, Iran, Irak, Venezuela, Nigeria, u.a..

Nicht politisch aber wetterbedingt muss man die USA ebenfalls zu den versorgungstechnisch instabilen Staaten zählen. Der Ausbau der Förderung kann negative Einflüsse von Instabilität reduzieren. Ausbau gibt es aber nur, wenn die Einnahmen aus dem Öl- und Gasgeschäft hoch sind. Das aktuelle Preisniveau gewährleistet den Ausbau. Aus Stabilitätsgründen sollte man sich kein deutlich niedrigeres Niveau wünschen. Es brächte nur kurze Befriedigung.

Für die kurzfristige Preisentwicklung haben die genannten Umstände keine Bedeutung. Bewegend wirken eher charttechnische Überlegungen. Die geben ein leicht widersprüchliches Bild. Während US-Heizöl und Gasöl weiterer Preisrückgang zugetraut werden kann, bildet sich beim Rohöl eine Gegenkomponente heraus. In Summe sollte es auf den Erhalt des Preisniveaus hinauslaufen. Ein ähnliches Bild zeigt das Engagement großer Spekulanten. Es ist nach wie vor sehr hoch. Beim Rohöl gibt es ein leichtes Übergewicht zur bullischen Einstellung. Bei Heizöl ist sie schwach bärisch.

Heute Morgen bewegt sich nicht viel beim Preis. Die Tonne Gasöl kostet 515,50 $. Das entspricht dem Preis am letzten Handelstag im letzten Jahr.

Unsere Heizölpreise geben nach. Das liegt mehr am Dollar als an der Ölpreisentwicklung. Nach wie vor steht es aus Verbrauchersicht gut um den Heizölpreis, wenn man das vergangene Jahr als Vergleich heranzieht. Wir erwarten kurzfristig keine nennenswerte Änderung dieser Situation. Günstige Lieferungen können in gewohnter Zeitspanne von maximal zwei Wochen erfolgen. Wetterbedingte Störungen gibt es z.Z. nicht.

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