Unseren neuen Kommentar für den 07.12.16 finden Sie hier.


Rohölaufbau dämpft Preise

Geläutert durch den erneuten Rohölaufbau in den US-Tanklagern gaben die Preise gestern nach. Die Steigerung vom Vortag, die in erster Linie von Sorgen über mangelhafte Raffineriekapazitäten ausgelöst wurde, konnte nicht vollständig annulliert werden. Der Dollar verlor weiter an Wert. Ein Abwärtstrend beginnt Form anzunehmen.

Von den diversen politischen Themen bewegt die Preisbildung der Atomstreit mit dem Iran am meisten. Das große Interesse der USA an Sanktionen löst Ängste vor einer Drosselung der Öllieferungen aus. Der Iran kommuniziert deutlich ausgleichender. Er versucht den Markt mit der Zusage zu beruhigen, dass die Lieferungen selbst im Falle von Sanktionen nicht als Druckmittel eingesetzt werden. Z.Z. setzt sich wieder die Annahme durch, dass das iranische Öl bei einer Eskalation des Streits allenfalls umgelenkt aber nicht abgestellt werde. Der Weltmarkt wird die komplette Menge bekommen. Nur einige westliche Länder werden möglicherweise Liefereinschränkungen hinnehmen müssen.

Zu der freundlichen Interpretation der möglichen Folgen von Sanktionen gegen den Iran gesellte sich gestern die Veröffentlichung der US-Vorratsdaten mit ebenso freundlicher Wirkung. Zusammen brachten die Themen die Preise unter Druck. Berechtigt ist er für Rohöl. Die Produktenpreise haben keinen originären Grund zu fallen. Sie wurden mitgezogen. DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) konnten wieder neue Höchstwerte für die Rohölbestände im jungen Jahrtausend verkünden. Die Zahlen i.E.:

Rohöl: +4,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. +2,2 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -3,9 Mio. Barrel (DOE) bzw. -2,5 Mio. Barrel (API)
Benzin: -0,9 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,2 Mio. Barrel (API)

Die Gesamtbilanz zur Vorwoche ist ein Nullsummenspiel. Was beim Rohöl gewonnen wurde, wurde bei den Produkten abgegeben. Die Importe sind unwesentlich gefallen. Die Raffinerieverfügbarkeit ist leicht gestiegen. Sie ist mit 86 Prozent aber weiterhin unakzeptabel niedrig.

Seit Monaten ist die Raffinerieverfügbarkeit zu niedrig. Sie wurde bisher kaum im Zusammenhang mit der Preisbildung diskutiert. Volle Produktenlager schienen Zeugen einer guten Versorgungssituation zu sein. Dem ist aber nicht so. Dass die Lager so voll sind, ist dem milden US-Winter zu verdanken, der nicht nur wenig Heizöl kostete, sondern auch die Möglichkeit gab, Kapazitäten der Produktion von Benzin umzuwidmen. Mit Ende des Winters muss damit gerechnet werden, dass die USA zu einem Normalverbrauch zurückkehren. Der wird vor allen Dingen Benzin verlangen. Die Verfügbarkeit der Ware ist seit Jahren grenzgängig. In diesem Jahr verschärft sich die Situation, weil die möglichen Produktionsmittel schrumpfen. Neue Umweltschutzanforderungen an US-Benzin schließt viele Raffinerien aus. Sie sind nicht in der Lage, die geforderte Qualität zu liefern. Damit droht eine Lieferlücke in einem bisher noch nicht da gewesenen Ausmaß. Die Börse ist dabei, das Thema aufzunehmen. Der letzte Preisschub war ein erster Effekt. Man sollte damit rechnen, dass aus dieser Richtung fortgesetzte bullische Impulse kommen. Es wäre wenig erstaunlich, wenn die gestern auf Grund guter Rohölvorräte gedrückten Preise heute wieder stiegen, weil der Blick auf die Produktenvorräte gerichtet wird. Die sehen zusammen mit der Raffinerieverfügbarkeit und der Raffineriekapazität nicht mehr so gut aus.

Hinter den Hauptthemen sind zwei Notizen der letzten Tage im Unbedeutenden verschwunden, die nicht unerwähnt bleiben sollen. Der Iran rechnet Öllieferungen nach Europa ab sofort in Euro ab. Damit wird der Dollar als Ölwährung teilweise obsolet. Dieser Ausschluss wird den USA gar nicht gefallen. Der Iran sieht sich genötigt zu beteuern, dass die Änderung keine politischen Gründe hat.

Kuwait meldet einen nennenswerten Öl- und Gasfund. Zahlen sind nicht bekannt. Es ist bemerkenswert, dass diese Meldung kurze Zeit nach einer durch geologische Fakten erzwungenen Herabstufung der kuwaitischen Ölreserven kommt.

Heute Morgen sind die Ausläufer der gestern gefallenen Preise weiterhin zu spüren. Der Gasölpreise ist mit 558 $ pro Tonne billiger als gestern.

Unsere Heizölpreise geben nach. Nicht untypisch nach einem deutlichen Anstieg folgt etwas Entspannung. Die wird durch die Dollarbewegung verstärkt. Insgesamt halten wir eine Seitwärtsbewegung für den bestmöglichen zu erwartenden Fall. Naheliegender ist sogar ein weitere Anstieg der Heizölpreise. Die Spekulation auf deutlich tiefere Preise halten wir für fruchtlos. Allenfalls kleine Verbesserungen auf Basis der Tagespreisänderungen lassen sich nach unserer Einschätzung realisieren.

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt unter
E-Mail: KlausBergmann@esyoil.com

Presse-Kontakt

Weitere Informationen