Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Rohölpreise ausgereizt?

Am Freitag waren deutliche Gewinnmitnahmen zu beobachten. Es sah so aus, als wollten sich die Händler mit den erreichten Preishöhen begnügen. Doch am Wochenende gab es erneut Meldungen über Terror und Gewalt in der Krisenregion um den Persischen Golf. Das hält die Stimmung bullisch.

Im Irak sind es die täglichen Angriffe auf die US-Armee mit Toten und Verletzten, die dem Ölpreis wieder einen Kriegsaufschlag beschwert haben. Der könnte heute in Folge der Terroranschläge in Saudi Arabien deutlich zunehmen. Fünf Ingenieure der Schweizer ABB wurden bei Wartungsarbeiten in einem Ölkomplex am Roten Meer von Terroristen erschossen. Derartige Attacken steigern die Sorge über die Sicherheit der Saudischen Ölanlagen.

Und auch Nigeria trägt wieder zu der allgemeinen Unsicherheit bei. Agenturen melden zu erwartende Unruhen im ölreichsten Land Afrikas.

Der stärkste preistreibende Einfluss, der den gesamten Ölmarkt seit Monaten im Griff hat, kommt weiterhin aus den USA. Der Benzinmarkt wird auf Grund einer extrem knappen Versorgungslage mit schwefelarmen Sprit auf immer neue Rekordpreise getrieben. Von den Auswirkungen bleiben unsere Zapfsäulen nicht verschont, weil auch hier große Mengen für die USA gekauft werden. Ein Ende der angespannten Lage ist nicht in Sicht. Zudem versagt die eine oder andere US-Raffinerie in schöner Regelmäßigkeit ihren Dienst. Solche Momente sind immer für Preissprünge gut.

Von einigen New Yorker Analysten ist zwar zu hören, dass der Rohölpreis nicht über 40$ steigen sollte. Die Spitzenpreise an der NYMEX (New York Mercantile Exchange) lagen in der letzten Woche knapp über 38$. Doch der Aufwärtstrend ist intakt. Bei entsprechenden Meldungen könnten die Preise schnell nach oben durchschlagen.

Die für die Preisgebung so wichtigen Fonds haben ihren Anteil an Long-Kontrakten (steigende Kurse) in der letzten Woche abermals erhöht. Sie nutzen derzeit jede sich bietende Gelegenheit, bei etwas nachgebenden Kursen zuzukaufen. Das erstickt einen Preisverfall im Keim. Die längerfristig rechnenden Fonds-Manager werden in erster Linie durch die schnell wachsende weltweite Nachfrage nach Öl zu ihren Positionen motiviert.

Der Dollar, der einem für hiesige Verbraucher ärgerlichen Aufwärtstrend folgt, war in den letzten Tagen auf der Gegenseite zu finden. Seine Gegenbewegung könnten sich noch ein paar Tage fortsetzen. Das sorgt hierzulande für nicht ganz so forsch steigende Preise.

Der Gasölpreis hält sich über 300$ pro Tonne. Ein Nachgeben ist nicht in Sicht. Allerdings deutet sich eine Überhitzung des Preisanstiegs an. Daraus könnte man schließlich doch etwas Hoffnung schöpfen. Heute Morgen kostet die Tonne 310$.

Unsere Heizölpreise folgen in erster Linie dem rasant steigenden Gasölpreis. Dessen Aufwärtsstreben wird seit ein paar Tagen von einem nachgebenden Dollar besänftigt. Dennoch ist der Drang nach oben so stark, dass ein neues 12-Monats-Hoch zum Greifen nahe ist. Und das wird vermutlich nicht das letzte Hoch sein, was Verbraucher in naher Zukunft hinnehmen müssen. Heizöl wird teurer werden. Tiefstpreise wie im letzten Jahr sind für längere Zeit, eventuell auch für immer passé. Die aktuellen Preise könnten ein neues Normalniveau darstellen.

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