Unseren neuen Kommentar für den 07.12.16 finden Sie hier.


Rohölvorrat zu knapp

Die jüngsten Zahlen über die US-Ölvorräte zeigen erneut, dass die Versorgungslage auf einem ungenügenden Polster steht. Das macht die Preise weiterhin für Ausbrüche in höhere Regionen anfällig.

API (American Petroleum Institute) und DOE (Department of Energy) liegen in Ihren Erhebungen auf einer ähnlichen Linie. Sie registrieren für Rohöl unerwartet starke Rückgänge. Von ?6,6 Mio. Barrel und ? 3,7 Mio. Barrel ist die Rede. Zwar konnten die Produkte Heizöl und Benzin Zuwächse von 3,7 und ca. 1,0 Mio. Barrel verbuchen, doch der Schock über die Lage beim Rohöl dominierte die Preisbildung.

Der Heizölvorrat wuchs in den letzten Monaten kräftig an (siehe Charts Lagerbestände). Er hat bisher trotzdem nicht die für nötig erachtete Höhe erreicht, um beruhigt in den Winter gehen zu können. Einige Fachleute sehen die Lage skeptisch und prognostizieren den USA eine problematische Winterversorgung.

Rohölimporte der USA sanken im August, während die Raffinerien auf einem guten Niveau produzierten. So kommt es zu den Diskrepanzen in den Zahlen. Der erneute Rückgang in den Rohölvorräten wird es nicht leichter machen, gut über den Winter zu kommen. Der einzige Weg, aus der lausigen Vorratslage auszubrechen, ist eine deutliche Steigerung der Ölförderung. Das würde die Preise reduzieren und die Raffineure zum Vorkaufen animieren.

Eine Erhöhung der Förderung ist aber nicht in Sicht. Die OPEC wird ihre Quoten im September wahrscheinlich bestätigen. Nach dem jüngsten Preisverfall wäre sogar zu befürchten, dass die Förderung gedrosselt wird. Auf Grund von Unruhen laufen die OPEC-Staaten Nigeria, Venezuela und auch Indonesien ständig Gefahr, nicht die quotierten Mengen zu erreichen.

Es gibt zwar auch positive Veränderungen. Sie stehen meist aber auf wackeligen Beinen. Der Irak konnte seine Förderung auf 1 Mio. Barrel pro Tag steigern. Das Öl kann aber auf Grund von Anschlägen auf Pipelines nicht in ausreichendem Maß exportiert werden. Dennoch war das Land im August für einen Anstieg der weltweiten Ölförderung um 0,8 Mio. Barrel auf nun 79,7 Mio. Barrel pro Tag zur Hälfte verantwortlich.

In Nigeria scheint ein Streik der Ölangestellten abgewendet zu sein.

Als erfreuliche Größen für die Weltölversorgung sieht die IEA (Internationale Energie Agentur) einige Nicht-OPEC-Länder an, allen voran Russland und Kasachstan. Sie steigern ihre Förderung kontinuierlich.

Die IEA nennt eine mittlere Nachfrage von 78,4 Mio. Barrel Rohöl pro Tag für das Jahr 2003. In 2004 wird sie auf 79,4 Mio. Barrel ansteigen. Angebot und Nachfrage liegen also extrem nah beieinander. Die Ausgewogenheit hält die Lagerbestände aus Verbrauchersicht zu tief und die Preise zu hoch.

Ein weiter Grund für steigende Preise kommt in Form des Hurrikans Isabel angebraust. Er könnte am Wochenende eine große 0,5-Mio.-Barrel-Raffinerie, die für die Versorgung der Ostküste der USA verantwortlich ist, zur Abschaltung zwingen.

Die einzige Sorge, von der Verbraucher hierzulande derzeit befreit werden, ist die Dollarentwicklung. Sie scheint einen Abwärtstrend aufzunehmen.

Heute Morgen steigen die Gasölpreise. Die Tonne kostet zur Stunde 232,25$.

Unsere Heizölpreise ziehen weiter an. Der Weltmarkt und die inzwischen starke Inlandsnachfrage geben ihm Auftrieb. Die jüngsten Ereignisse und Erkenntnisse könnten nun doch zu weiteren Preissteigerungen führen. Daher raten wir, die aktuellen Preise für eine Winterkauf zu nutzen.

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt unter
E-Mail: KlausBergmann@esyoil.com

Presse-Kontakt

Weitere Informationen