Unseren neuen Kommentar für den 07.12.16 finden Sie hier.


Saddam zu schwach

Mit einem spektakulären Preisrückgang begann der gestrige Handelstag. Mit einem neuen Nachkriegshoch für Texas Rohöl endete er. Die kurze und heftige aber bedeutungslose Bewegung von Öl- und Aktienkursen war vermutlich die letzte Einflussnahme des Saddam Hussein auf irgendein Geschehen in dieser Welt.

Für Verbraucher wäre etwas mehr Einfluss des Exdiktators wünschenswert gewesen. Schließlich hätte er gestern endlich einmal etwas Positives bewirken können. Aber Saddam verlor auch dieses Duell. Er wurde vom Wetter und von der aktuellen Lage der Ölbevorratung in den USA geschlagen. Das ist für Verbraucher bedauerlich, weil sich damit der kurzfristige Aufwärtstrend der Ölpreise fortsetzt.

Die Phantasie, dass die Festnahme Saddams zu einer schnellen Beendigung der Terrorattacken im Irak führt und die Ölinfrastruktur nun aufblühen lässt, wurde durch ein paar Autobomben in Bagdad schnell zu Nichte gemacht. So blieb von dem Coup, den die US-Truppen am Sonntag landeten, nur eine stolzgeschwellte Brust ihres Präsidenten. Eine nachhaltige Veränderung der Weltgeschichte wird die Sache vermutlich nicht nach sich ziehen.

Die Ölpreise werden von der eingekehrten Kälte jenseits und diesseits des Atlantiks bewegt und von der Sorge, dass die Ölvorräte in der letzten Woche weiter gesunken sind. Schätzungen zu den morgen erscheinenden Lagerdaten geben abermals einen Rückgang für Rohöl an. Das wäre dann die vierte Woche in Folge mit sinkenden Werten. So etwas hinterlässt selbstverständlich Spuren im Ölpreis.

Der Korbpreis für OPEC-Öl steht den neunten Tag in Folge über 28$. Er hat ebenfalls ein Nachkriegshoch erreicht. Mit einem Einlösen des Versprechens, dass die OPEC im Falle von 20 Tagen über der 28$-Marke die Ölhähne wieder aufdreht, rechnet derzeit niemand. Die einst aufgestellte Maxime ist zur Steuerung der Ölpreise wertlos.

Charttechnisch liegt eine unangenehme Konstellation vor. Nachdem der Einstieg in den Abstieg gestern gründlich schief gegangen ist, besteht nun die Gefahr, dass sich ein Aufwärtstrend etabliert, der ganz neue Höhen erreichen kann.

Der US-Dollar reagierte umgekehrt zum Ölpreis. Nach einem kurzen und heftigen Aussetzer des Abwärtstrends auf Grund der Saddam-Story kehrte er schnell wieder auf seine alte Bahn zurück. Der Trend steht. Das Mehrjahrestief wird fast täglich neu geschrieben.

Gasöl verteuert sich heute Morgen nachdem es gestern bereits zulegte. Die Tonne kostet derzeit 273,25$.

Unsere Heizölpreise schlagen sich mit dem fallenden Dollar im Nacken wacker. Aber es ist absehbar, dass sie die moderate Zone, in der die Preise zwar nicht besonders attraktiv aber für Käufe dennoch in Ordnung sind, nach oben verlassen werden. Man sollte sich auf eine Zeit mit höheren Preise einstellen. Achtung: Unsere Lieferzeiten können sich in Einzelfällen auf Grund der bevorstehenden Festtage und der damit verbundenen fehlenden Werktage deutlich verlängern.

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