Unseren neuen Kommentar für den 07.12.16 finden Sie hier.


Saudi Arabien gerüstet

Zum Wochenende stiegen die Preise als Folge eines Terroranschlags auf den größten Ölkomplex Saudi Arabiens empfindlich an. Mittlerweile ist ein Teil der Preissteigerung aber wieder abgegeben. Es stellte sich heraus, dass der Anschlag vereitelt werden konnte. Außerdem überraschten der Iran und Russland mit der Meldung, dass sie sich einig sind, die Urananreicherung für das iranische Atomprogramm gemeinsam vorzunehmen. Der Dollar ist teurer geworden. Der Tendenz zur Seitwärtsbewegung bleibt er aber treu.

Zu dem Anschlag auf eine der weltweit größten Raffinerien bekennt sich Al Kaida. Das Terrornetzwerk hat die Ölversorgung seit langer Zeit im Visier. Die religiösen Fanatiker erhoffen sich von den preislichen Schockwellen erfolgreicher Anschläge die Destabilisierung der Weltwirtschaft. Saudi Arabien erwies sich aber als bestens vorbereitet. Dem Vernehmen nach waren die Attentäter die einzigen Todesopfer. Zu Beeinträchtigungen des laufenden Betriebs von Anlagen sei es nicht gekommen. In dem Gesamtkomplex, zu dem die Raffinerie gehört, wird über 70 Prozent des landesweit geförderten Öls gesammelt und für den Transport zu den Häfen aufbereitet. Trotz des glimpflichen Verlaufs hinterlässt der Anschlag die Sorge, vor möglichen Erfolgen der Terroristen.

Der für den Ölpreisanstieg im Januar ursächliche Streit zwischen dem Iran und westlichen Industrieländern ist als bullischer Faktor im Februar weitgehend verschwunden. Nun könnte er auch aus der politischen Agenda verschwinden. Russland und der Iran wollen die strittige Atomanreicherung gemeinsam vornehmen. Das soll den Kritikern des iranischen Atomprogramms die Sicherheit und den Nachweis geben, dass kein Brennmaterial für Bombenzwecke abgezweigt wird.

Ob sich der Westen und insbesondere die USA mit dieser Maßnahme zufrieden geben, ist noch ungewiss. Es ist zu befürchten, dass hinter dem Atomstreit weitere Steine des Anstoßes liegen, die die USA nicht hinnehmen wollen. Ein gewaltiger Stein ist das Vorhaben Teherans, eine Ölbörse zu etablieren, die in Euro abrechnet. Dadurch droht der US-Volkswirtschaft der Verlust der lebenswichtigen Zwangsabgabe auf das weltweit gehandelte Öl. Es wird z.Z. ausschließlich in Dollar abgerechnet. Der erste Staat, der sich gegen den Dollar als Ölwährung entschied, war der Irak. Der wurde mittlerweile ?Heim geholt?. Vor einigen Tagen konvertierte Syrien zum Petroeuro. Folgen sind momentan nicht zu erwarten. Bezüglich der Ölproduktion spielt das Land in einer Liga mit Staaten wie Dänemark.

Die großen Themen liefern derzeit neutrale Impulse an die Börse. Es schwingt allerdings erhebliche Unsicherheit wegen diverser politischer Brandherde mit. Die Preise sind für Kapriolen allzeit bereit. Zu den neutralen Impulsgebern gesellt sich nun auch China. Das Land mit dem Superwachstum meldet Erfolge bei der Steigerung von Energieeffizienz, die dazu führen, dass das Nachfragewachstum für Öl stagniert.

Bei prall gefüllten Tanklagern und nicht signifikant steigender Nachfrage, sollten die Preise eigentlich nachgeben. Die großen Spekulanten scheinen das zumindest zu erwarten. Sie vergrößern ihre Nettopositionen auf fallende Kurse für Rohöl. Bei Kontrakten auf Benzin überwiegt zwar weiterhin die bullische Einstellung. Sie wird allerdings reduziert. Heizöl wird neutral gehalten.

Die aktuell positive Situation und langfristige Prognosen passen nicht gut zusammen. Nach wie vor muss man von einem großen Defizit bei den Raffineriekapazitäten ausgehen. Gerade weil die Tanklager momentan gut gefüllt sind und Raffineriekapazitäten kein kurzfristiges Thema sind, besteht die Gefahr der zu großen Investitionszurückhaltung fort, die das Problem am langen Ende immer deutlicher erscheinen lässt. Damit bleiben die Möglichkeiten für einen signifikanten Preisrückgang begrenzt.

Heute Morgen kommt es immerhin zu einem Preisrückgang als Reaktion auf die letzten Kursgewinne. Die Tonne Gasöl kostet 538 $. Die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Niveau einige Zeit als Mittelwert Bestand hat, wird von Analysten hoch eingeschätzt.

Unsere Heizölpreise geben nach. Vor dem Wochenende zogen sie als Reaktion auf die Vorgaben des Weltmarkts deutlich an. Sie werden vermutlich weiter seitwärts driften. Nach wie vor erscheint die Spekulation auf nennenswert tiefere Preise unattraktiv. Der sicherere Weg, Geld zu sparen, ist eine rechtzeitige Bestellung mit etwas Terminflexibilität. Dabei sind die Logistikkosten erheblich geringer als bei einer Eil- oder Notbestellung .

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