Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Saudi-Arabien will mehr Öl liefern

Dick Cheneys Besuch in Saudi Arabien darf wohl als erfolgreich bezeichnet werden. Der zweite Mann der USA konnte den König des ölreichsten Staates der Welt zur wohlwollenden Prüfung einer Liefererhöhung bewegen. Und die scheint für Verbraucher positiv verlaufen zu sein. Agenturen melden eine anstehende Erhöhung des Ausstoßes. Möglicherweise wurde die Preisbewegung gerade dadurch im kurzfristigen Abwärtstrend gehalten. In anderen Märkten bliesen die Spekulanten gestern bereits wieder die bullische Fanfare. Gold und Aktien fuhren deutliche Gewinne ein. Der Dollar wendet sich nach kurzer Erholung erneut seiner Standardrichtung zu. Die weist abwärts.

Mehr als das Thema Angebot und Nachfrage bewegt die Preise die Verfassung der Finanzjongleure. Sie sind tief verunsichert. Die Bankenkrise setzt ihnen psychisch und finanziell zu. Der schwindende Glaube an einen immerwährenden Wohlstand der USA drückt gewaltig auf die bullische Psyche. Die durch die Krise ausgelöste Kündigungswelle für Kredite nimmt vielen Spekulanten die Möglichkeit, das zu tun, was sie gewohnt sind, das Spekulieren auf Pump. Das wäre aus der geldkonservativen deutschen Sicht betrachtet ein Segen. Denn es böte die Chance, die Ölpreise endlich wieder auf einen als solide empfundenen Boden zu führen. Da die US-Notenbank aber Furcht vor den Folgen der Selbstheilungskräfte der Märkte zeigt und bereit ist, eben diese Märkte mit billigstem Geld zu fluten, muss befürchtet werden, dass die spekulativen Exzesse in Kürze fortgesetzt werden. Die einzige Chance, das für den Ölmarkt zu vermeiden, bestünde in seinem Fluten mit Öl.

Die erforderlichen Ölmengen sind nicht vorhanden. Und selbst wenn sie es wären, würde kein Lieferant auf die Idee kommen, sie für die Minimierung seiner Erlöse einzusetzen. Dass Saudi Arabien ein moderates Zeichen zur Erhöhung der Liefermengen setzt, ist das Maximum, was Verbraucher von einem verantwortlich handelnden Lieferanten erwarten können. Nun wird es dem Land aber gar nicht so sehr um das Drosseln der Preise gehen, sondern um das Aufrechterhalten eines Nimbus, des Nimbus, dass man über unbegrenzte Ölmengen verfügt. Dieser Glaube bröckelt momentan kräftig. Wie es um die Reserven tatsächlich bestellt ist, ist ein Staatsgeheimnis. Die offiziellen Meldungen lüften es nicht. Es gibt stichhaltige Hinweise, dass im saudischen Boden tatsächlich enorme Ölmengen lagern. Diese zu heben, ist aber im Gegensatz zu früher ein kostspieliges Unterfangen. Und es ist genauso unsicher wie die Spekulation an der Börse. Die Zeiten des Lochbohrens und Ölerntens sind vorbei. Die im Boden verbliebenen gewaltigen Reste, sie sind vermutlich größer als die bisher geförderten Ölmengen, wollen gejagt werden. Sie neigen dazu, schnell von einer Quelle zu verschwinden. Dann muss eine neue her und so weiter und so weiter. Und wenn das Öl endlich über der Erde ist, verlangt es immer aufwendigere Reinigungsprozeduren. Es ist nämlich erheblich mit Wasser und Sand versetzt. Saudi Arabien verfügt nicht nur über die größten Ölquellen. Es verfügt mittlerweile auch über die größten Aufbereitungsanlagen für Öl. Unaufbereitetes Öl ist unverkäuflich. Wenn nun salopp von einer Ausstoßerhöhung die Rede ist, muss umgehend die Frage gestellt werden, ob für dieses Öl auch genug Infrastruktur existiert, um es auf den Markt bringen zu können.

Saudi Arabien ist das Reich des Öls. In anderen Produzentenstaaten ist es mindestens so aufwendig, an das vermutlich reichlich vorhandene Öl heranzukommen. Daraus ergibt sich der Schluss, dass die Lieferanten immer mehr Geld für ihr Gut benötigen. Denn sie müssen immer aufwendigere Technik einsetzen, um das Öl zu heben und für den Markt aufzubereiten. Eine gute Quelle spuckt 20 bis 30 Prozent seiner Ressource von selbst aus. Danach muss sie gehegt und gepflegt werden. In diese Phase tritt die Ölwirtschaft fast überall auf der Welt nun ein.

So gesehen kommen die preistreibenden Spekulanten vielleicht gar nicht ungelegen. Sie sorgen dafür, dass der Preis erreicht wird, den ein Produzent zukünftig braucht. Das Problem ist nur, dass niemand weiß, wie hoch dieser Preis wirklich ist, weil hierüber keine Transparenz geschaffen wird, und dass sich Spekulanten nicht um diesen, nennen wir ihn fairen Preis schweren. Sie neigen zum Preistreiben bis die Blase platzt.

Heute Morgen wird weder getrieben noch geplatzt. Die Tonne Gasöl kostet mit 926,00 $ ungefähr so viel wie gestern Abend.

Unsere Heizölpreise geben weiter nach. Aktuell ist das auch eine Folge der erneuten Dollarschwäche. Ob aus dem Preisrückgang der letzten Tage ein Trend entsteht, wagen wir nicht zu prognostizieren. Die preistreibenden Kräfte befinden sich in einer ausgemachten Krise. Alles ist möglich. Möglich ist nicht zuletzt, den Heizölverbrauch zu senken. Um wie viel das sein sollte, erfahren Sie, wenn Sie www.esytrol.com anwenden.

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