Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


Saudis sagen mehr Öl zu

Händler erwarten seit einigen Tagen eine Gegenreaktion auf die stark gestiegenen Preise. Mittlerweile läuft der dritte Versuch einer solchen Bewegung. Er sollte gestern durch eine Meldung der OPEC mit einem starken Argument unterfüttert werden. "Das saudi-arabische Königshaus ist gut vorbereitet, den Nachfragewünschen der internationalen Energiekonzerne zu entsprechen. Dabei vertraut es auf seine freien Reserven von 1,3 Millionen Barrel, die sofort zur Verfügung stehen", wird der Saudische Ölminister Ali al-Naimi zitiert. Die Märkte reagierten prompt mit einer Beschleunigung des Preisrückgangs.

Unterstützt wurde er durch eine IEA-Veröffentlichung (Internationale Energie Agentur) wonach sich der Anstieg der globalen Ölnachfrage im Jahresverlauf abschwächen wird. Ursache ist das rückläufige Wirtschaftswachstum der USA und Chinas. Die Weltölnachfrage für das Jahr 2004 liegt bei 82,2 Mio. Barrel pro Tag. Das sind täglich 2,5 Mio. Barrel mehr als im Vorjahr. 2005 soll die Nachfrage auf 84 Mio. Barrel pro Tag steigen. Bereits im laufenden dritten Quartal werde sich das Wachstum der Ölnachfrage in den USA abschwächen, heißt es in der Veröffentlichung. Auch sollen dämpfende Maßnahmen der chinesischen Regierung erste Erfolge zeigen.

Nachdem Analysten die Lage in Saudi Arabien studiert hatten, äußerten sie Zweifel an der herausgestellten Fähigkeit, die Förderung umgehend erhöhen zu können. Die IEA hatte zuletzt von nur 0,5 Mio. Barrel pro Tag freier Kapazität gesprochen. Die Märkte reagierten erneut, nun in die umgekehrte Richtung. Dabei gab es Unterstützung durch Sorgen über die Yukos-Lieferungen. Die Schlinge der russischen Regierung zieht sich immer enger um den Konzern. Das Aus wird wahrscheinlicher.

Zusammen mit den miserablen US-Vorratsdaten wurden plötzlich nur noch bullische Argumente diskutiert. Und so scheint der dritte Versuch einer Gegenreaktion auch schon wieder Geschichte zu sein. Immerhin brachte er für Minuten um 1,5$ tiefere Rohölnotierungen.

DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) legten folgende Zahlen über die Entwicklung der US-Ölvorräte vor:

Rohöl: -4,3 Mio. Barrel (DOE) bzw. -5,2 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +1,3 Mio. Barrel (DOE) bzw. +3,1 Mio. Barrel (API)
Benzin: -1,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. -2,4 Mio. Barrel (API)

Insgesamt beträgt der Rückgang in den Lagern 4,8 bzw. 4,5 Mio. Barrel. Die Importzahlen sind ebenfalls rückläufig. Damit hatte niemand gerechnet. Die Enttäuschung findet sich in den Preisen wider.

So zieht der Gasölpreis heute Morgen schon wieder an. Nachdem er zwischenzeitlich gefallen war, kostet die Tonne erneut 375$.

Unsere Heizölpreise konnten bis gestern Abend einen kleinen Preisrückgang halten. Angesichts wieder steigender Preise am Weltmarkt wird das nur von kurzer Dauer sein. Nach Lage der Dinge muss in Kürze mit neuen Höchstpreisen gerechnet werden. Die Wahrscheinlichkeit für wirklich günstigere Preise ist in einem Zeitraum von zwei bis drei Monaten extrem gering. Verbraucher mit leeren Tank werden kaum eine andere Wahl haben, als auf dem gegenwärtigen Preisniveau oder teurer zu kaufen.

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