Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Schätzung: 51 zu 49 für fallende Preise

In den USA ist der Benzinverbrauch gesunken. Die Benzinpreise fallen. Sie ziehen Rohöl nach. Heizöl macht den Trend noch nicht erkennbar mit. Der Dollar behält seinen Aufwärtstrend ohne nennenswerte Kursveränderungen bei.

Gestern wurden US-Bestandsdaten veröffentlicht. DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) geben die Lage beim Rohöl vollkommen unterschiedlich wieder. Dafür gibt es keine vernünftige Erklärung. Die Produktenseite wird dagegen ähnlich dargestellt.

Rohöl: +1,0 Mio. Barrel (DOE) bzw. +7,2 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -3,4 Mio. Barrel (DOE) bzw. -3,0 Mio. Barrel (API)
Benzin: -2,7 Mio. Barrel (DOE) bzw. -2,8 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Abbau von 5,1 (DOE) bzw. ein Aufbau von 1,4 (API) Mio. Barrel. Die Importe sind gegenüber der Vorwoche gestiegen. Sie liegen aber unter den Werten des Vorjahres. Gleiches gilt für die Raffinerieverfügbarkeit. Rund 25% der Kapazitäten fehlen noch. Das hat direkte Auswirkung auf die Produktenlager. Der in den letzten Monaten ausgewiesene Vorteil der Vorratslage gegenüber vergleichbaren Zeiten der jüngeren Geschichte beginnt zu schwinden. Die Heizölbevorratung ist nun mittelmäßig. Die Gesamtbevorratung ist noch recht gut. Bei langfristiger Betrachtung über 15 Jahre erweist sich die Heizölbevorratung aber doch als überdurchschnittlich. Die Gesamtbevorratung liegt unter dem Mittelwert. Nach wie vor können die Vorräte als unkritisch eingestuft werden. Weitere Störungen im Stil der Hurrikane sollten aber besser nicht auftreten.

Da die Vorratszahlen keine klaren Handelsimpulse vermittelten, bezogen sich die Händler auf die Erkenntnisse zum Benzinverbrauch aus dem US-Energieministerium. Der sank im September um 2,4% unter den Verbrauch des Vorjahrs. Aktuell liegt der Verbrauch 1,5% unter dem Vorjahreswert. Die Wiederinbetriebnahme der Ölanlagen im Süden der USA soll gut vorankommen. Die mit den Bestandsdaten gelieferte Zahl über die Raffinerieverfügbarkeit bildet lediglich die Entwicklung bis Ende der letzten Woche ab. Sie soll mittlerweile bereits besser sein. Die Meldungen drückten auf den Benzinpreis, der sich in einem starken kurzfristigen Abwärtstrend befindet. Im Schlepptau von Benzin wird Rohöl in einem moderaten Abwärtstrend gehalten. Heizöl könnte den Trends folgen. Noch verläuft die Bewegung aber eher seitwärts.

Gegen einen Preisrückgang werden bereits wieder Wetterprognosen aufgebaut, die über einen sehr kalten Winter berichten. Die Verlässlichkeit solcher Aussagen dürfte gegen Null gehen. Dennoch hinterlassen sie Wirkung bei der Preisbildung. Ebenfalls kontraproduktiv im Sinne eines Preisrückgangs sind die wechselhaften Aussagen über die Nachfrageentwicklung aus den verschiedenen dafür berufenen Häusern. Nach allgemeinen Herabstufungen der Nachfragesteigerung folgten Korrekturen der Prognosen, die für das kommende Jahr die üblichen hohen Steigerungsraten nennen.

Die Stimmungslage hat sich insgesamt dennoch etwas aufgehellt. Sie lässt Erwartungen auf sinkende Preise zu. Allerdings ist sie sehr labil. Die Stimmung kann jederzeit in die bullische Richtung kippen. U.a. wird das Wetter eine bedeutende Rolle spielen.

Heute Morgen zeigt der Gasölpreis wenig Veränderungswillen. Die Tonne kostet 602$.

Unsere Heizölpreise fallen leicht. Sie folgen der gelockerten Stimmung am Weltmarkt. Die Aussicht auf sinkende Heizölpreise ist wieder etwas besser. Die Gefahr, dass daraus nichts wird, kommt von den Wetterämtern. Wenn kalte Temperaturen heraufziehen sollten, würde ein möglicher vorsichtiger Abwärtstrend sofort zunichte gemacht.

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