Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Schlachtfest an allen Märkten

Verglichen mit den Aktienmärkten geriert sich der Ölmarkt im Augenblick eher wie ein Mädchenpensionat. Aber auch dort fliegen die Fetzen. Der Ölpreis nimmt Kurs auf nicht mehr für möglich gehaltene Tiefpreise. Dabei ist es nicht die Ware selbst, die im Ausverkauf steht. Es sind die Kontrakte von Spekulanten. Während die der Ölwirtschaft zuzuordnenden Spekulanten zwischen Juli und September aus dem Markt ausstiegen, haben Banken und Investmentgesellschaften an ihren Positionen größtenteils festgehalten. Der erste Teil des Preisrückgangs resultiert aus dem Ausstieg der Ölspekulanten. Nun läuft der Preisrückgang der Geldspekulanten. Die sind im Gegensatz zu ihren Kollegen aus dem Öl aber nicht mehr Herr der Lage. In vielen Fällen verkaufen sie ihre Kontrakte nicht selbst. Ihre Kontrakte werden aus Mangel an hinterlegten Sicherheiten zwangsliquidiert. Da die Kontraktzahl der Geldspekulanten deutlich geringer ist als die der früheren Ölspekulanten, sollte man annehmen, dass der Preisrückgang weniger tief fallen wird. Das kann so sein. Es muss nicht so sein. Denn mehr als die Kraft der Menge entscheidet die Psychologie über Preissprünge. Die OPEC wird versuchen, die Abwärtsbewegung aufzuhalten. Im Augenblick ist das ein aussichtsloses Unterfangen. Der Markt ist irre. Der Dollar ist in diesen Tagen für die Ableitung des Ölpreises auf Euronotierung uninteressant.

preistreibende (bullische) Einflüsse: Schäden durch Ike werden Ölversorgung lange beeinflussen
Nigeria bekommt Lieferprobleme nicht in den Griff
OPEC kürzt Überproduktion
Produktionskosten steigen
IEA prognostiziert Versorgungsengpässe ab 2013

preisdrückende (bärische) Einflüsse: Vertreibung der Spekulanten
US-Bestandsdaten
Weltweite Finanzkrise
Sinkende Konjunktur
EIA, IEA und OPEC senken Nachfrageprognosen
Chinas Nachfrage wächst deutlich langsamer
Charttechnik: Ölpreis im Abwärtstrend

Unsere Heizölpreise fallen. Der Weltmarkt zwingt sie dazu. Gleichwohl bleibt die Margenüberhöhung im Binnenmarkt erhalten. Denn hierzulande wurde und wird unerwartet viel Heizöl gekauft. Das erlaubt den Raffineriegesellschaften eine deutliche Steigerung ihrer Gewinne, die sich im Preis widerspiegeln. Einen kleineren Teil der zusätzlichen Margen streicht der Handel ein, dessen Transportflotte durch den Kauf-Tsunami vollkommen überfordert ist. Kunden müssen deshalb lange auf ihr Heizöl warten. Wer laufend über die Preisentwicklung informiert sein möchte, ohne das Internet zu konsultieren, sei auf unseren Email-Dienst Preisalarm verwiesen.

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