Unseren neuen Kommentar für den 11.12.16 finden Sie hier.


Schlauer Fuchs oder dummer Junge

Die EZB (Europäische Zentral Bank) sah sich auf Grund des Inflationsdrucks gezwungen, die Zinsen anzuheben. Die Anhebung wurde erwartet. Gestern wurde sie vollzogen. Nicht zu erwarten war, dass darauf der Dollar steigt. Der Grund für die unerwartete Reaktion liegt in der Aussage des EZB-Chefs, Jean-Claude Trichet, keine weiteren Zinsschritte mehr vorzusehen. Mit dieser Aussage hat er den Dollar attraktiver gemacht. Denn nun bleibt den Devisenanlegern nur die Hoffnung, über eine Zinsanhebung in den USA Kursgewinne erzielen zu können. Volkswirte kritisieren Trichet für seine, wie sie meinen, unhaltbare Aussage. Die Inflation wird weitere Zinsschritte erfordern. Das wird wohl so sein. Aber immerhin hat der schlaue Fuchs gestern verhindert, dass der Dollar in ein absehbares Loch fällt und so die Ölpreise zusätzlich befeuert. Der Aufwärtstrend der Ölpreise lässt sich derzeit nicht aufhalten. Aber eine Beschleunigung konnte vermieden werden. Und in ein oder zwei Monaten wird sich niemand mehr für Trichets Geschwätz von gestern interessieren.

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Unsere Heizölpreise haben erwartungsgemäß ein neues Rekordniveau erreicht. Die Wahrscheinlichkeit für einen Fortgang des Aufwärtstrends ist hoch. Seitdem die Preise nur eine Richtung kennen, macht ihre Verfolgung wenig Sinn. Seit eineinhalb Jahren gilt die Regel, je früher gekauft, umso mehr gespart. Persönliche Zeit ist besser in der Verfolgung des eigenen Verbrauchs investiert. Hier liegt das Einsparpotenzial der Zukunft. Bevor das Haus und die Heiztechnik auf den Kopf gestellt werden, sollte Erkenntnis zum wahren Zustand gesammelt werden. Schnellschüsse nach dem Motto, bloß weg vom Öl, können bitter enden. Denn teurer wird jede Form von Energie.

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