Unseren neuen Kommentar für den 11.12.16 finden Sie hier.


Schon ziehen die Preise wieder an

Nachdem am Mittwoch die Preise endlich gefallen waren, stiegen sie genauso deutlich wieder am Donnerstag. Eine Achterbahnfahrt, wie sie wilder nicht sein kann. Ausgangspunkt waren, wie so oft in der letzten Zeit, anziehende Aktienbörsen. Zum einen hatte die chinesische Regierung eine weitere Liquiditätsspritze für China in Aussicht gestellt. Das führte dazu, dass die arg gebeutelte Börse in Shanghai wieder anzog. Dann wurden Quartalszahlen von Unternehmen veröffentlicht, die an der New Yorker Börse gehandelt werden. Diese Berichte fielen besser als erwartet aus. Damit zogen auch hier die Aktienkurse an. Mit der Einstellung, dass dies gute Anzeichen für die Weltwirtschaft und damit für die Nachfrage nach Öl sind, wurde auch an den Rohstoffmärkten wieder kräftig gezockt. Nun sind wir wieder da, wo wir am Mittwochmorgen angefangen hatten. Der schöne Preisverfall ist annulliert.

Ungeachtet der Spielereien an den internationalen Börsen, wird in Deutschland ein anderes Theaterstück aufgeführt. Der Untersuchungsausschuss zur Klärung der Umstände, die zur Rettung der Hypo Real Estate geführt haben. Reihenweise wird die Hochprominenz dieser Aktion zum Gespräch gebeten. Nach und nach zeigt sich, dass alle Beteiligten von der Rettung profitiert haben, selbst die Bundesbank und die Bankenaufsicht. Die Rettung kommt mit der Begründung eines „Meltdown“, einer „Apocalypse now“ daher, die eingetreten wäre, wenn die Bank nicht gerettet worden wäre. Dabei wurde dem Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann von unserer Kanzlerin in letzter Minute noch 1,5 Mrd. Euro aus den Taschen gezogen. Die etwas unbedarft wirkende Merkel zieht den Banker Ackermann über den Tisch. Ein lustiges Bild. Dennoch sagt der damalige Staatssekretär, Herr Mirow, dass es keine Krisenszenarien gegeben hat und keine gibt. Dies deswegen nicht, weil mit Bekanntwerden dieser geheimen Alternativpläne die Finanzmärkte beeinflusst werden könnten. Das ist so richtig, wie infantil. Also ohne eine Vorstellung, was denn nun passieren würde, wenn eine Bank pleite ginge, sprechen alle von einer Katastrophe und profitieren von der Rettung. Vielleicht ist das die einzige Katastrophe.

Der Euro lässt sich nicht von solch einer Schmierenkomödie beeindrucken. Er zieht wieder an. Damit geht der Dollar wieder in die Gegenrichtung zu den Aktienmärkten.

preistreibende (bullische) Einflüsse: Stark anziehende Aktienmärkte
China füllt Lager auf
Goldman & Sachs setzen auf 85 Dollar pro Barrel bis Jahresende
Gefahr von Ölengpässen wegen mangelnder Investitionsbereitschaft

preisdrückende (bärische) Einflüsse: Arbeitslosigkeit in den USA steigt stark
US-Verbrauchervertrauen gering
Weltbank sieht Weltwirtschaft stärker schrumpfen
EIA, OPEC und IEA prognostizieren Verbrauchsrückgang
Rebellen kündigen Waffenruhe für Nigeria an
OPEC-Exporte gestiegen
Überproduktion von Rohöl
Öllager randvoll

Unsere Heizölpreise steigen wieder. Sie werden durch den Weltmarkt in die Höhe gezogen. Der Dollar kann mit seinem Fall dem Anstieg der Ölnotierungen nichts entgegensetzen. Der Binnenmarkt ist weiter ruhig. Die Achterbahnfahrt ging beinahe unbemerkt von den Verbrauchern vor sich. Wenn Sie von den Preisschwankungen profitieren wollen, dann empfehlen wir Ihnen unseren Preisalarm. Er informiert Sie unter anderem immer dann, wenn die Preise fallen.

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