Unseren neuen Kommentar für den 07.12.16 finden Sie hier.


Schuldenunion und Auflagenregentschaft

Nun ist gestern erklärt worden, was erwartet wurde. Die EZB kauft unbeschränkt kurzlaufende Anleihen kriselnder Staaten auf, um so auf dem Markt für Staatsanleihen zu intervenieren. Tatsächlich macht sie das allerdings, um diesen Staaten eine Art Zwischenfinanzierung zu geben bis die gemachten Auflagen greifen und sich die Schuldenstaaten wieder auf den Finanzmärkten direkt refinanzieren können. Soweit der Plan und wenn man nur auf die Zinslast der Schuldenstaaten schaut, wird dieser Plan auch aufgehen. Natürlich werden die Zinsen für diese Staatsanleihen sinken. Das in den aktuell hohen Zinsen eingepreiste Risiko trägt dann allerdings die EZB und über sie die anderen Staaten, insbesondere Deutschland. Die gemachten Auflagen rühren dann von dem Regime der EFSF oder des ESM, ohne demokratische Kontrolle. Welche Auflagen es sein werden, ist noch nicht geklärt und von Staat zu Staat verschieden. Bei der Aussicht auf eine Schuldenunion, die nicht demokratisch kontrolliert ist, sollte das Bundesverfassungsgericht das Gesetz zum ESM als verfassungswidrig einstufen.

Gestern wurden wieder die Veränderungen der US-Ölbestände veröffentlicht. Die Veränderungen sind in seltener Eintracht beziffert worden. Es gab einen bemerkenswerten Abbau, der allerdings keinen großen Einfluss auf die Preisrichtung hatte, weil er wegen der Tropenstürme erwartet worden war. Auch der große Sprung bei der Raffinerieauslastung ist kein Problem, weil bisher nichts kaputt ging. Das API (American Petroleum Institute) und das DOE (Department of Energy) legten im Einzelnen folgende Veränderungen zur Vorwoche vor:

Rohöl: -7,4 Mio. Barrel (DOE) bzw. -7,2 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +1,0 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,1 Mio. Barrel (API)
Benzin: -2,3 Mio. Barrel (DOE) bzw. -2,3 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Abbau von 8,7 (DOE) bzw. von 9,6 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung sank um 5 Prozentpunkte auf 86 Prozent. Die Gesamtbevorratung liegt etwa fünf Prozent unter dem Vorjahr, wie diese Grafik zeigt.

Die Märkte reagierten zunächst einmal mit steigenden Notierungen. Auch mit der Entscheidung der EZB kam bereits Bewegung ins Spiel. Allerdings blieben beide Aspekte relativ einflusslos, weil die Richtungen bereits vorher erwartet wurden. Die Ölnotierungen zogen im Durchschnitt im Tagesverlauf an. Der Euro fiel kurzzeitig. Dann erholte sich der Euro wieder und am Abend wurden die Ölnotierungen durch Gewinnmitnahmen nahe des Tagesanfangskurses bzw. sogar darunter gedrückt.

Heute Morgen dreht dieser Ausverkauf bereits wieder und die Ölnotierungen ziehen an. Aktuell kostet die Tonne Gasöl 981,00 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 95,20 Dollar und in London zu 113,31 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 95,41 Eurocent.

Unsere Heizölpreise geben leicht nach. Sie profitieren im Vergleich zur Vorwoche von gesunkenen Ölpreisen bei stabilem Euro. Das könnte mit dem Programm für schwache Euro-Staaten so weiter gehen, weil sie nun unbegrenzt Geld bekommen können. Allerdings haben sich Ausweitungen in der Geldversorgung immer auch preistreibend auf die Ölpreise ausgewirkt. Der Konjunktur in den USA und Europa ist dadurch nicht automatisch geholfen, sodass sich auch der Einfluss auf dieser Seite in Grenzen hält. Mathematisch haben wir noch keinen günstigen Kaufzeitpunkt erreicht. In der Preisentwicklung stecken wir in einem Aufwärtstrend. Kurzfristig geht es dort aber wieder in Richtung untere Grenze. Fundamental erscheint die Situation in Anbetracht der weiteren Gefahren durch die Finanzbranche als günstig. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren elektronischen Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

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