Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


Sie machen es tatsächlich

Da hat die OPEC einen donnernden Paukenschlag gesetzt. Vollkommen unerwartet hat sie der Diskussion über eine mögliche Kürzung der Fördermengen Taten folgen lassen. Ab November wird der Markt täglich 0,9 Mio. Barrel weniger Öl bekommen.

Händler wurden durch die Nachricht aus Wien wieder einmal auf dem falschen Fuß getroffen. Bereits am Monatsanfang mussten sie bluten, als die Mehrheit der Meinung war, dass die Preise steigen werden. Es folgte einer der kräftigsten Preisstürze der jüngeren Geschichte. Inzwischen ist der Abwärtstrend zu einer festen Größe geworden und ließ mehr erwarten. Da löst die OPEC einen im Betrag zum Crash vom 02.09. fast gleichwertigen Kursgewinn aus.

Unterstützung bekam die Preisbewegung durch überraschend schlechte Daten über die Vorratsentwicklung in den USA. Analysten gingen von einem allgemeinen und klaren Bestandsaufbau aus. API (American Petroleum Institute) und DOE (Department of Energy) meldeten hingen leichte Rückgänge beim Heizöl. Solche Kunde stört vor dem nahenden Winter besonders. Der Rohölvorrat konnte sich zwar um 0,8 bzw. 1,5 Mio. Barrel verbessern. Das ist angesichts der geringeren Produktion in der Woche des Hurrikans Isabel aber nicht gerade üppig. Nur Benzin, darin waren sich die Berichterstatter einig, liegt mit 1,1 bis 1,5 Mio. Barrel Anstieg im Rahmen der Erwartungen.

Wie ist die Lage für die weitere Entwicklung der Ölpreise? Die Vorräte waren und sind knapp bemessen. Das störte die Markteilnehmer in den letzten Wochen kaum. Jetzt wird dieser Umstand wieder Bedeutung bekommen. Überwogen während des Septembers die Bewertungen der Erfolgsmeldungen, wird man nun wieder mit einer gewissen Blindheit für positive Umstände rechnen müssen. Charttechnisch ist der Abwärtstrend noch nicht begraben. Aber er hat Schaden genommen. Im für Verbraucher positiven Fall wird man auf die russische Karte setzen und in Erwartung, dass die Ölströme von dort die Nachfrage befriedigen, wieder zu fallenden Preisen zurückkehren. Im negativen Fall war das die Wiederholung der Geschichte des letzten Herbstes, die in den Verlauf eines langfristigen Aufwärtstrends eine wenig erklärbare Abwärtsbewegung einflocht.

Was die Lage hierzulande besonders lästig macht, ist der Umstand, dass weite Teile von Lieferknappheit betroffen sind, weil der Rhein den Nachschub nicht im ausreichenden Maß zulässt. Der Mangel wird erst behoben, wenn ausgiebige Regenfälle den vollen Einsatz der Schiffe wieder ermöglichen. Derzeit können sie maximal 33% ihrer Kapazität auslasten.

Heute Morgen verhält sich der Gasölpreis nach dem gestrigen Anstieg von über 6% ruhig. Die Tonne kostet zur Stunde 227,25$.

Unsere Heizölpreise legten gestern kräftig zu. Sie folgten damit der Bewegung am Weltmarkt. Heute wird es zu weiteren Preisabstimmungen kommen. Die können sowohl nach oben als auch nach unten gehen. Da sich die allgemeine Lage mit der gestrigen OPEC-Entscheidung deutlich geändert hat, interpretieren wird die aktuellen Heizölpreise um. Wir sehen nicht mehr die Möglichkeit der Preissenkung bei einer Normalisierung der Rheinschifffahrt im Vordergrund sondern die Möglichkeit von Preissteigerungen am Weltmarkt. Mit diesem Maßstab sind die aktuellen Preise wenigstens für den Kauf eines Halbjahresbedarfs gut. Schließlich sind sie im Drei-Jahres-Vergleich noch unterdurchschnittlich tief.

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