Unseren neuen Kommentar für den 11.12.16 finden Sie hier.


Sie reden wieder

Gestern stiegen die Ölnotierungen. Gemäß Marktlage wäre das Gegenteil angebracht gewesen. Finanzjongleure wurde aber von einer plötzlichen Kauflust befallen, die Aktien- und Ölkurse aufwertete. Heute Morgen wird gemeldet, dass das chinesische Wirtschaftswachstum geringer ausfällt als erwartet. Die Ölnotierungen bekamen postwendend einen Schwächeanfall. Sollten sie sich nun wieder von der realen Marktsituation beeinflussen lassen, stünde die Fortsetzung des kurzfristigen Abwärtstrends auf dem Plan. Grund hierfür sind in erster Linie die hohen Ölvorräte in den Tanklagern rund um den Globus. Sie bildeten sich in den letzten Monaten, weil die Förderländer, die über Reservekapazitäten verfügen, diese präventiv nutzten, um einem möglichen Ausfall iranischer Lieferungen zuvorzukommen. Der Ausfall blieb bisher weitgehend aus. Die zusätzlichen Ölmengen sind aber im Markt. Mittlerweile sind Großbritannien, Frankreich, Griechenland, Spanien und Deutschland vom iranischen Öl abgeschnitten. Außer Griechenland hatten sich alle Länder darauf vorbereitet, so dass einzig der Iran, dessen Ölexporte um zehn Prozent zurückgingen, die Last der Maßnahme trägt. Am kommenden Wochenende beginnt die nächste Gesprächsrunde zum umstrittenen Atomprogramm. Das Zustandekommen des Termins sorgte im Vorfeld für politische und preisliche Entspannung. Israel ließ es sich nicht nehmen, die bevorstehenden Gespräche mit Missfallensbekundungen zu untermalen, die von den Beteiligten geflissentlich ignoriert wurden. Gleichwohl steht die Befürchtung im Raum, dass die Lage bei erfolglosen Verhandlungen zu eskalieren droht. Bis es soweit sein sollte, besteht die Chance auf nachgebende Ölpreise.

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Knappe Reservekapazitäten der Förderländer
Ausfälle von Lieferungen aus Nordsee, Südsudan, Jemen, Kanada, Iran, Brasilien
Asiatische Ölnachfrage wächst
Iran stoppt Lieferungen in mehrere EU-Länder
Ölembargo gegen den Iran

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: OPEC liefert mehr Öl
Hohe Ölbestände weltweit
Schwache Nachfrage der reifen Industrienationen
Chinas Konjunktur drosselt hohes Wachstum
Diplomatie zum iranischen Atomprogramm lebt noch
Freigabe strategischer Reserven möglich

Unsere Heizölpreise ziehen ein wenig an. Sie folgen den Ölnotierungen. Der Dollar kompensiert ihren Aufwärtsdrang teilweise. Die Chance auf eine Fortsetzung des Preisrückgangs sehen wir nach wie vor als gegeben an. Die gestrige Gegenbewegung verbuchen wir bis auf weiteres als volatiles Tagesgeschehen. Es besteht allerdings die latente Gefahr, dass die Finanzszene bei erhöhter Zockerbereitschaft einen in diesem Moment vollkommen ungerechtfertigten Preisauftrieb erzeugt. Insofern ist das Setzen auf fallende Heizölpreise auch ein rein spekulatives Unterfangen, das misslingen kann. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren elektronischen Peilstab. Mit ihm lässt sich der Verbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

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