Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


Sie sind wieder da

Seit Tagen doktert der Ölpreis an einem Abschluss des jüngsten Preisverfalls herum. Spürbare Resultate blieben aus. Nun wird die Gegenreaktion sichtbar. Der Abwärtstrend ist damit keineswegs gebrochen. Gestern legten die Rohölnotierungen gut drei Prozent zu. Gasöl verteuerte sich um vier Prozent. Der Dollar verlor ein Prozent. Als marktinterne Begründung werden US-Bestandsdaten genannt. Diese Begründung ist schwach, da die Daten einen undramatischen Abgang in den Rohöllagern zeigen. Beeindruckend ist dagegen der Aufbau in den Benzinlagern, da er während der sommerlichen Nachfragesaison stattfindet. Eine stichhaltigere Begründung für steigende Ölpreise ist die Rückkehr der Euphorie an den Märkten. Seit drei Tagen haussieren die Aktien. Spekulanten sind in Partylaune. Die schwappt auf den Ölmarkt über. Dort trifft sie auf eine günstige charttechnische Konstellation. Alles in allem ist es eher erstaunlich, dass die Ölnotierungen nicht deutlicher zulegten. Die gebremste Wucht der Spekulanten zeugt von der Schwierigkeit, angesichts der guten Versorgungslage und der schlechten Nachfrageprognosen den Ölmarkt ernsthaft bullisch zu interpretieren. Zudem gibt es berechtigten Grund zu der Annahme, dass mögliche Handelsbeschränkungen im Ölmarkt exerziert werden. Diese sollen exzessive Spekulation und Preismanipulation unterbinden. Derzeit werden diese Maßnahmen allerdings nur diskutiert.

DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) lieferten im Ergebnis ähnliche, im Speziellen unterschiedliche Zahlen zur wöchentlichen Veränderung in den Öllagern. Der entscheidende Unterschied liegt beim Benzinbestand und der damit verbundenen Interpretierbarkeit. Gestern wurde der sonst übliche DOE-Bonus des Vertrauens zu den Daten nicht gezogen. Deshalb war die bullische Preisreaktion möglich. Die gemeldeten Werte lauten wie folgt:

Rohöl: -2,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. -1,2 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +0,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,7 Mio. Barrel (API)
Benzin: +1,5 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,1 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Abbau von 0,7 (DOE) bzw. 0,6 (API) Mio. Barrel. Die Importe sind höher als in der Vorwoche und geringer als im Vorjahr. Die Raffinerieverfügbarkeit ist um ein Prozent auf 88 Prozent gestiegen. Der Wert ist mit Blick auf die Gesamtlage des Marktes neutral zu beurteilen. Die Bevorratung ist im langjährigen Vergleich außerordentlich hoch.

Diese Tatsache und die realwirtschaftliche Perspektive sprechen dafür, dass die Preise weiterhin unter Druck bleiben. Einen gegenteiligen Einfluss hat die zumindest in veröffentlichten Zahlen dargestellte Situation einiger wichtiger Banken, allen voran Goldman & Sachs. Die Institute schwimmen in Geld. Teile davon haben sie vom Staat bekommen, als sie den Untergang beschworen. Das Geld haben sie durch Geschäfte vermehrt. Es handelt sich um Geschäfte mit der Finanzkrise im Kreditbereich und um Spekulationsgeschäfte im Investmentbereich. Zur zweiten Kategorie gehört das Engagement im Ölmarkt. Den versuchen Spekulanten nach wie vor in die Höhe zu treiben. Die zuletzt gültige Zielprognose für den Ölpreis von 110 Dollar pro Barrel in 2010 haben die Goldmänner noch nicht revidiert. Realwirtschaftlich ist er vollkommen unsinnig. Spekulativ ist alles möglich. So war das vor Ausbruch der Krise und so geht es nun weiter. Nach wie vor verhindert kein Gesetz und keine Maßnahme, dass die kleinen, verschworenen Gemeinschaften, deren einziges Ziel darin besteht, Volksvermögen in ihren Besitz zu bringen, soziale Gesellschaften in Geiselhaft und ihren Zusammenbruch billigend in Kauf nehmen. Es ist schwer zu verstehen, warum sie als weniger bedrohlich für unsere Gesellschaft angesehen werden als der internationale Terrorismus. Der Brechtsche Vergleich zwischen Bankräuber und Bankdirektor hat längst eine neue Stufe erreicht. Was ist die Bedrohung von Gesellschaftsteilen mit Waffen gegen die Bedrohung aller Gesellschaften durch die Zerstörung des Finanzsystems?

Die Bedrohung wird fortgesetzt. Das gilt auch für den Ölpreis. Dennoch durchläuft der Preis Phasen, in denen diese Bedrohung keine Rolle spielt, in denen der realwirtschaftliche Zusammenhang Gewicht bekommt. Nur in solchen Phasen lassen sich einigermaßen plausible Prognosen abgeben. Sie sehen aus Sicht der Verbraucher jetzt und in naher bis mittlerer Zukunft gut aus.

Heute Morgen geben die Preise etwas nach. Das ist eine Reaktion auf den gestrigen Preisanstieg. Dieser könnte sich mindestens heute noch fortsetzen. Die Tonne Gasöl kostet 505 Dollar. Das Barrel Rohöl kostet in New York 61,56 Dollar. Der US-Dollar wird zu 70,98 Eurocent gehandelt.

Unsere Heizölpreise steigen. Dieser Umstand kommt nicht unerwartet. Er stellt den Bestand des Abwärtstrends noch nicht infrage. Sollte der sich fortsetzen, rechnen wir allerdings mit einem erheblich gebremsten Verlauf. Wer beim Heizölkauf auf tiefere Preis spekulieren möchte, sollte genaue Kenntnis über seinen Vorrat und dessen Reichweite haben, um nicht plötzlich mit der Not eines leeren Tanks konfrontiert zu sein. Wir empfehlen zu diesem Zweck den Einsatz eines Füllstandmessgeräts und des Logbuchs für den Heizölverbrauch.

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