Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


Sie wollen den Iran angreifen

Das kleine, kriegerische Land Israel macht für den nächsten Waffengang mobil. Der wird nicht gegen iranische Atomanlagen geflogen. Das konnten die USA offensichtlich noch verhindern. Er wird gegen einen hoffnungslos unterlegenen Gegner geführt, der geografisch in einer Isolationszelle zu Hause ist. Dieser soll Tel Aviv mit Raketen beschossen haben. In der Stadt ist allerdings kein Geschoss angekommen. Auf tausende junger Israelis, die in Panzer gesteckt und gen Gaza geschickt werden, warten bittere Erlebnisse beim Kampf gegen weitgehend wehrlose Palästinenser. Auf die warten Tod und Verzweiflung. Das Unterfangen ist Menschen mit rudimentärer humanistischer Erziehung nicht vermittelbar. Israel hat ein schwerwiegendes Kommunikationsproblem. Dieses bemühen sich die Experten vor Ort mit dem Hinweis zu entschärfen, dass die bedrohlichen Flugkörper im Iran konstruiert wurden. Der aufmerksame Beobachter wird dadurch kaum mehr Verständnis für das Kriegstreiben aufbringen. Im Gegenteil, er muss die auf den Iran zielende Dramaturgie mit wachsender Sorge zu Kenntnis nehmen. Im Kern lautet sie, und wir werden ihn schließlich doch angreifen.

Das ist eine Botschaft ganz im Sinn von Ölspekulanten. Der Gedanke liegt nahe, dass Goldman Sachs das Konzept entwickelt hat. Angesichts immer deutlicherer Signale, dass der Ölmarkt in den nächsten Jahren zu einem Käufermarkt mit erodierenden Preisen mutieren wird, muss die Finanzindustrie um bullische Impulse ringen. Krieg im Nahen Osten ist da unverzichtbar. Gestern bewirkte das allerdings keinen bullischen Lauf an den Börsen. Selbst die weitere bullische Note, Norwegen meldet die Abschaltung einer wichtigen Förderplattform wegen Reparaturarbeiten, konnte den Tagesverlust nicht verhindern. Der geht im Wesentlichen auf das Konto grottenschlechter Konjunkturdaten aus den USA und Europa.

Die Verkündung der US-Bestandsdaten brachte dagegen keine preisbewegenden Fakten hervor. Die Bestände sind etwas geringer als erwartet. Ihre absolute Höhe liegt aber klar über dem Vorjahr und über dem langjährigen Trend, sodass Rückgänge bei rückläufiger Nachfrage ohne Bedeutung sind. Einen Punkt gibt es allerdings doch, der Heizölkäufern Kummer machen könnte. Das ist der außerordentlich geringe Heizölvorrat. Im Gesamtbild wird dieser durch sehr hohe Rohölvorräte kaschiert. Die Zahlen von DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute), den für die Erhebung zuständigen Institutionen, lauten wie folgt:

Rohöl: +1,1 Mio. Barrel (DOE) bzw. +1,3 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -2,5 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,2 Mio. Barrel (API)
Benzin: -0,4 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,1 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Abbau von 1,8 (DOE) bzw. ein Aufbau von 1,4 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung beträgt 86 Prozent. Das ist vor dem Hintergrund geringer Heizöl- und Dieselbestände schwach.

Heute Morgen ist im Börsengeschehen ein wenig Auftrieb zu erkennen. Kriegsangst steckt aber nicht darin. Solange der Iran nicht als direkter Kriegskontrahent Israels herausgefordert wird, sollte das so bleiben. Die Notierungen werden in dem Fall wenig Bewegung zeigen. Die Tonne Gasöl kostet 925,75 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 85,58 Dollar und in London zu 108,33 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 78,40 Eurocent.

Unsere Heizölpreise gaben gestern erneut nach. Maßgeblich dafür ist die entspannte Versorgung des Binnenmarkts. Die Ölbörsen unterstützen den Abgang. Die Veränderung führt zu einem kurzfristigen Abwärtstrend. Mittelfristig vollzieht sich die Bewegung in einem Seitwärtstrend. Bis zum Jahresende dürfte sich daran nichts ändern. Danach halte ich einen weiteren Preisrückgang für möglich, wenn die Lage in Nahen Osten nicht eskaliert. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren elektronischen Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

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