Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Siegesstimmung

Militärisch scheinen die Koalitionstruppen im Irak ihr Programm nach eigenen Ideen gestalten zu können. Der Widerstand wird als gering bezeichnet. Die davon ausgelösten Emotionen verbreiten an den für den Ölhandel dominanten Handelsplätzen in New York und London gute Laune. Verstärkt wird sie durch Meldungen aus Nigeria, nach denen die streikbedingten Probleme in der Produktion vor dem Ende stehen. Die Rückkehr zur vollen Lieferfähigkeit befinde sich auf gutem Wege. Aus der Türkei wird von randvollen Öllagern in den Verladehäfen berichtet. Das führt dazu, das das irakische Öl nicht in der verfügbaren Menge durch die Pipeline in die Türkei abfließen kann. Der Zustand suggeriert Überproduktion. Und so fallen die Preise weiter.

Rohöl konnte zwar keine neuen Tiefstände markieren und befindet sich noch knapp oberhalb der Linie, die einen langfristigen Aufwärtstrend festlegt. Gasöl hat die Linie aber bereits geknackt. Und unser Heizölpreis setzt seien Fall mit gedrosselter Geschwindigkeit fort. Wie erwartet nimmt er Kurs auf ein 12-MonatsTief, von dem er nur noch wenige Cent entfernt ist.

So lange die militärische Operation im Vordergrund steht, wird sich das Bild der Ölpreise kaum nennenswert wenden. Doch was kommt nach den Soldaten. Die Frage bleibt bestehen. Wie soll in der zu tiefst verletzten und verunsicherten Region, die für die Ölproduktion so wichtig ist, in absehbarer Zeit Ruhe und Fortschritt einkehren? Welche längerfristigen Auswirkungen werden die Zerstörungen von Gerät und Vertrauen auf die Ölproduktion haben? Nach unserer Ansicht ist es schwer vorstellbar, dass aus der Golfregion zukünftig Impulse kommen können, die den wirtschaftlichen Wohlstand der industrialisierten Welt ernsthaft verfolgen. Man sollte Folgeerscheinungen des Krieges bedenken, die die Ölpreise schlechter beeinflussen als die aktuellen Siegesmeldungen.

Heute Morgen steht der Gasölpreis unverändert da. Mit 214,25$ pro Tonne hat er allerdings einen Widerstand durchbrochen, der aus charttechnischer Sicht einen weiteren Rückgang wahrscheinlich erscheinen lässt.

Unsere Heizölpreise konnten am Freitag noch einmal mit fallenden Notierungen punkten. Weitere Preisrückgänge werden nun allerdings immer schwerer werden, da der Dollar einen kräftigen Lauf nach oben hat. Er neutralisiert die fallenden Gasölpreise weitgehend. Dessen ungeachtet sind die Preise derzeit so gut, dass ein Kauf ohne Vorbehalt empfehlenswert ist. Selbst wenn es weitere Rückgänge geben sollte, kann man sich über einen 28%igen Preisverfall seit dem 10. März freuen.

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