Unseren neuen Kommentar für den 11.12.16 finden Sie hier.


Sind wir über den Berg?

Seit Montag hat der Gasölpreis rund 10% verloren. Rohöl der Marke Brent gab fast 6% nach. Begründet wird die drastische Kehrtwende der Preisbewegung mit der veränderten Lage in der Irakkrise und mit einer bevorstehen Wetteränderung in den USA.

Politisch geraten die USA immer weiter ins Abseits. Ein Krieg wäre unter Wahrung der Beziehungen zu den nahestehenden Nationen nicht mehr möglich. Als abgewendet kann er dennoch nicht angesehen werden, da sich die USA in eine naive Trotzphase zurückziehen. Den Preisen tut der politische Klimawechsel aber unabhängig von der US-Haltung gut.

Passend zum politischen Klimawechsel kommt auch der Wechsel auf der US-Wetterkarte. Die übermäßig lange Phase mit unterdurchschnittlich tiefen Temperaturen soll zu Ende gehen. Damit wird der Heizölbedarf sinken. In Erwartung der Wetterbesserung sinken jetzt bereits die Preise für Heizöl, die in der letzten Ausprägung als total überzogen angesehen wurden.

Nun gibt es allerdings ein neues Problem auf dem heimischen Markt. Die USA versuchen, ihre lausige Situation in den Öllagern wieder in den Griff zu bekommen. Zu diesem Zweck decken sie sich u.a. auch bei uns mit Heizöl und Diesel ein. Gestern war dieser Umstand an unerwartet hohen Verbraucherpreisen zu erkennen, die durch diese Nachfrage erzeugt wurden. Betroffen war allerdings nur der Norden. Die Käufe wurden direkt auf die Schiffe geordert. Der Süden genießt in diesem Fall einen gewissen Schutz. So kam es zu der seltenen Erscheinung, dass die Preise im Norden höher waren als im Süden.

Die OPEC hat sich auf ihrer gestrigen Sitzung dafür entschieden, keine Änderung der Quoten zuzulassen. Mehrheitlich ist sie der Meinung, dass es genug Öl im Markt gibt und dass man auf keinen Fall eine Handlung zeigen wird, die als Unterstützung der US-Kriegslust angesehen werden könnte. Genau diesen Charakter hätte aber eine kriegsbedingte Erhöhung der Ölförderung.

Heute Morgen geht die Verbesserung der Preise weiter. Gasöl kostet zur Stunde 330$ pro Tonne. Wenn die heute zur Veröffentlichung anstehenden Daten über die US-Vorräte keine Katastrophe zu Tage fördern, sollte sich der Rückgang fortsetzen.

Unsere Heizölpreise werden ebenfalls sinken. Es kann allerdings sein, dass die Störungen durch die Großeinkäufe der USA anhalten, so dass nicht das ganze Verbesserungspotential bis zum Verbraucher durchdringt. Wir erleben momentan ein regional begrenztes Beispiel für die Wirkung von knappen Vorräten. Üblicherweise wird dieser Zusammenhang als theoretisch empfunden, da er nur im fernen Amerika spürbar ist.

Bei aller Freude über die rückläufigen Preise und der Erwartung, dass diese nun wieder auf ein vernünftiges Maß gestutzt werden, muss man sich allerdings der Tatsache bewusst sein, dass der Aufwärtstrend noch nicht gebrochen ist. Wir wissen also nicht, ob wir bereits über den Berg sind.

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