Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Sommerloch oder ausgewogene Marktlage?

Es regt sich wenig an den Märkten. Schlagkräftige Nachrichten gibt es nicht. Der Handel wird von charttechnischen Aspekten getragen. Höhere Ausschläge werden umgehend wieder abgebaut. Die Preise bewegen sich seitwärts.

Vor diesem Hintergrund werden alte Themen wiederbelebt. Aus dem Irak kommen zunehmend positive Meldungen über den Aufbau der Ölindustrie. Die staatliche Verkauforganisation SOMO ist mittlerweile längerfristige Lieferverpflichtungen über 0,75 Mio. Barrel pro Tag eingegangen. Die entsprechende Rohölförderung sei nachhaltig, lassen amerikanische Quellen wissen. Bis zum Jahresende soll sie auf 1,2 Mio. Barrel anwachsen. Vor dem Krieg lag sie bei über 2,5 Mio. Barrel pro Tag. Neben den bekannten westlichen Ölgesellschaften engagieren sich zunehmend asiatische Unternehmen im Irak. Sie seien auch bereit, in den Aufbau zu investieren.

Es gibt Stimmen in den USA, die die Regierung davor warnen, die Demokratisierung des Iraks ausschließlich auf die Ölwirtschaft aufzubauen. Die Geschichte hat gezeigt, dass ein Mangel an Vielfalt in der Wirtschaft die Anfälligkeit eines Landes für Diktaturen steigert. Das gilt beispielsweise für die typischen Ölländer Saudi Arabien, Kuwait, Nigeria, Venezuela. Die Länder sind ein Hort wirtschaftlicher oder sozialer Instabilität. Von ihnen gehen latente Terrorgefahren aus.

Für Bewegung an den Märkten sorgt das Thema derzeit kaum. Auch um die knapp bemessene Versorgungslage in den USA ist es still geworden. Die könnte morgen nach Veröffentlichung der neuen Vorratsdaten wieder Bedeutung bekommen, wenn weitere Rückgänge zu beklagen wären.

Die Preischarts zeigen in nahezu allen Zeitstufen eine Seitwärtsbewegung. Kurzfristig erwarten wir keinen Ausbruch aus dieser Situation. Das Preisniveau spiegelt die fundamentale Lage recht plausibel wider. Unsere eher bullische Einschätzung für die Zukunft geht auf die Unsicherheit, die in vielen Lieferstaaten herrscht, zurück.

Heute Morgen steht der Gasölpreis exakt auf dem Wert von gestern. Die Tonne kostet 232$.

Unsere Heizölpreise ziehen seitwärts. Das entspricht den Vorgaben vom Weltmarkt. Wenn wir immer wieder zum Kauf raten, liegt das zum einen an der unsicheren weltpolitischen Situation, in der wir Gefahren für die Ölmärkte sehen. Zum anderen liegt es an der Dollarentwicklung. Sollten die Gefahren sich nicht einstellen, wird die Wirtschaft anziehen. Damit wird der Dollarkurs aber auch steigen. Und das hat direkten Einfluss auf den Heizölpreis. Das Dollarniveau liegt aktuell rund 20% unter dem des Vorjahres. Das ist das Potential für die Preissteigung beim Heizöl.

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