Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


Sorge über höhere Preise verflüchtigt sich

Das derzeit mehr als ausrechende Rohölangebot löst Befürchtungen über eine Rückkehr zu exorbitanten Preissteigerungen auf. Langsam tasten sich die Preise zurück in ausgeglichenere Regionen. Beim Rohöl verläuft die Bewegung zügiger als beim Heizöl, das jahrezeitbedingt noch als kritisches Gut anzusehen ist. Der Dollar setzt seinen Abwärtstrend fort. Er treibt die Preisnormalisierung für Ölprodukte in Europa voran.

Die Rohölvorräte entwickeln sich seit Monaten positiv. Langsam sorgen die wöchentlichen Zahlen über die Bestände für einen Vertrauensaufbau in die Versorgungssysteme. Das Rohölangebot wurde bisher noch nicht gedrosselt. Die Förderzahlen stehen auf Rekordniveau. Im Jahr 2005 werden neue Quellen ans Netz gehen. Saudi Arabien wird 1,5 Mio. Barrel pro Tag an zusätzlicher Kapazität zur Verfügung stellen. Andere OPEC-Länder kündigen ebenfalls Kapazitätserweiterungen an. Gleichzeitig wird der weltweite Öldurst weniger stark steigen als bisher angenommen. Die hohen Preise zeigen nach derzeitigem Kenntnisstand bereits negative Wirkung auf das Wirtschaftswachstum. Das gilt insbesondere für die USA. Man rechnet für die kommenden Monate mit rückläufigen Prognosezahlen der IEA (Internationale Energie Agentur).

Das neu gewonnene Vertrauen kann derzeit weder durch den erneut aufgeflammten Krieg im Irak noch durch eine Serie von Anschlägen auf Öleinrichtungen des Landes gestört werden. Einige Ölquellen brennen unkontrolliert. Ein Einfluss auf die Preisbildung lässt sich nicht feststellen.

Es sind gut Voraussetzungen für rückläufige Preise. Dass sich diese dennoch nicht im Galopp auf ein tieferes Niveau bewegen, liegt an knappen Ressourcen zur Erzeugung der Produkte. Die Vorratslage für Heizöl war im November noch nie so gering wie in diesem Jahr. Das gilt sowohl für die öffentlichen als auch für die privaten Tanks. Eine plötzliche Kältewelle würde das Versorgungssystem ins Wanken bringen. Momentan sieht es nicht so aus, als sollte das Thema zum Problem werden. Auf beiden Seiten des Atlantiks ist es relativ warm. Damit stehen sie Aussichten gut, dass die Preise langsam weiter fallen.

Charttechnisch besteht Grund zu der Annahme, dass sich der Rohölpreis zunächst um weitere 10% reduzieren wird. Wie viel davon im Heizölpreis ankommt, lässt sich kaum einschätzen. Am Ende der 10%-Strecke steht die Durchschnittslinie eines langfristigen Aufwärtstrends. Um diese nach unten zu durchbrechen, bedarf es vermutlich ausgesprochen negativer Konjunkturprognosen.

Der Dollar setzt seinen Mitte Oktober aufgenommenen steilen Abwärtstrend fort. Neue Tiefststände zum Euro werden sich kaum aufhalten lassen. Langsam wird die Europäische Zentralbank nervös. Die Wahrscheinlichkeit für eine Intervention steigt jenseits der Marke von 1,30$ für einen Euro deutlich an. Ob ein Eingriff angesichts des aus US-Sicht nicht nur gebilligten Dollarverfalls etwas nützt, ist zweifelhaft. Mittelfristig sieht es so aus, als sei der Dollarrückgang eine sicherere Bank für fallende Heizölpreise hierzulande als die Preisbewegung am internationalen Ölmarkt.

Der Gasölpreis ist Wochenbeginn leicht rückläufig. Die Tonne kostet 411$. Aussichten unter die 400$ Marke zu fallen, sind vorhanden.

Unsere Heizölpreise entwickeln sich erfreulich. Kurzfristig ist sowohl vom Ölmarkt als auch vom Devisenmarkt Druck auf die Preise zu erwarten. Der einzige Grund, warum Heizöl in den kommenden Tagen nicht billiger werden sollte, ist die Nachfragesituation. Wenn sie weiter anschwillt, werden die Margen steigen. Das könnte positive Tendenzen von außen neutralisieren.

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