Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Spannend bis in den Abend

Nervös geht es in diesen Tagen an den Börsen zu. Der solide Spekulant, das ist beispielsweise ein Verwalter von Pensionsgeldern, hält sich aus dem Handelsgeschehen heraus. Sichtbar wird das an sinkenden Handelsvolumina beim Öl. Die verbliebenen Powerzocker lassen die Notierungen auf und ab tanzen. Ihre Stimmung taumelt zwischen Hiobsbotschaften aus Griechenland und Deeskalationsmeldungen zur Iranaffäre. Ihre Phantasie reicht von der Implosion des Geld- und Finanzsystems bis zur Explosion der Ölpreise. Dagegen ist eine unerwartet tief gesunkene Zahl über deutsche Industrieaufträge oder ein überraschend guter Wert zu den neu geschaffenen US-Arbeitsplätzen eine Marginalie.

Selbst die US-Bestandsdaten und die Entwicklung des Benzinkonsums vermögen keine nennenswerte Dynamik zu entfachen. Die einen widerlegen sich in ihrer Aussage selbst. DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) können nur Widersprüchliches über die wöchentliche Veränderung in den Lagern preisgegeben. Am anderen Thema, dem Benzinkonsum, greift die Macht der Gewöhnung. Seit dem Ausbruch der Finanzkrise haben US-Amerikaner die Sparsamkeit beim Autofahren entdeckt. Die zelebrieren sie nun Monat um Monat mit wachsendem Erfolg. Aktuell liegt der Benzinverbrauch 7,8 Prozent unter Vorjahresniveau. Das ist der höchste Rückgang seit Beginn der Messung durch das DOE vor über 20 Jahren. Die anderen zu verkündenden Werte aus den US-Lagern lauten wie folgt:

Rohöl: +0,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. +4,6 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -1,9 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,9 Mio. Barrel (API)
Benzin: -0,4 Mio. Barrel (DOE) bzw. -2,3 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Abbau von 1,5 (DOE) bzw. ein Aufbau von 3,2 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung beträgt 84 Prozent. Die Gesamtbestände liegen zwei Prozent unter Vorjahresniveau. Angesichts des Nachfragerückgangs kommt dieser Sachverhalt einem Bestandsaufbau gleich.

Gestern stiegen die Ölnotierungen, weil Hoffnung aufkeimte, dass Griechenland eine Staatspleite doch noch erspart bleibt. Die endgültige Entscheidung darüber fällt heute Abend um 21:00 Uhr. Bis dahin müssen genügend private Gläubiger erklären, dass sie auf die Rückzahlung von 50 Prozent ihrer Darlehen verzichten. Geschieht das, geht die griechische Tragödie in die nächste Runde. Geschieht das nicht, könnte sich ein schwarzes Loch von einer Billion Dollar im globalen Finanzsystem auftun, dessen Wirkung niemand einschätzen kann. Das verspricht ein interessanter Donnerstag zu werden.

Heute Morgen ist den Ölnotierungen noch nichts von dieser Spannung anzusehen. Sie dümpeln seitwärts. Der Euro gewinnt leicht an Wert. An den Börsen bricht sich die Meinung Bahn, dass nicht passieren wird, was nicht passieren darf. Die Tonne Gasöl kostet 1.024,50 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 106,47 Dollar und in London zu 124,42 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 75,90 Eurocent.

Unsere Heizölpreise steigen moderat an. Die Bewegung ist Teil des Tagesrauschens an den Börsen. Öl- und Dollarnotierungen verhalten sich in diesen Tagen wieder gegenläufig. Das zeigt, dass es keine ölmarkttypischen Einflüsse gibt, die den Preis treiben, sondern nur Stimmungsschwankungen zur allgemeinen Entwicklung des Finanzkomplexes. Wenn der unwahrscheinliche Fall der griechischen Staatspleite heute eintreten sollte, würden Verbraucher einen ordentlichen Preiseinbruch erleben. Das Ausbleiben dieser Pleite führt nicht zum Gegenteil, einem rasanten Preisanstieg. Der dürfte in nächster Zeit eher sanft verlaufen. Aber ein Anstieg wird es sein. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren elektronischen Peilstab. Mit ihm lässt sich der Verbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

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