Unseren neuen Kommentar für den 10.12.16 finden Sie hier.


Spekulanten denken um

Der Aufwärtstrend bei den Produkten ist seit einigen Wochen beendet. US-Rohöl hatte in der letzten Wochen eine Preisspitze. Seither geht es abwärts. Gestern wurde eine Ausverkaufsparty mit einem Tagesminus von über vier Prozent zelebriert. Die Versorgungslage ist unverändert. Die Zukunftsperspektiven sind es auch. Was die Preise derzeit jagt, ist pure Angst. Die Angst der großen Spekulanten der Letzte zu sein, der erkennt, dass man mit Longpositionen kurzfristig kein Geld verdienen kann. Denn die Preise galten zuletzt als ausgereizt. Unterstützt wurde die Bewegung von großem Misstrauen gegenüber der US-Wirtschaft. Das sorgte auch für eine neue Abwärtswelle beim Dollar.

Die Ausgangslage vor dem Ausverkauf war eine nie da gewesene Anhäufung von Kontrakten auf steigende Preise. Diese hatte ihre Basis in der sich ausbreitenden Einschätzung, dass nicht mehr ausreichend Öl zur Deckung des prognostizierten Bedarfs gefunden wird. Im Bulleneifer wurde vergessen, dass aktuell kein Anzeichen von Verknappung existiert. Diese Tatsache gar nicht zu bewerten, birgt exakt die Gefahr, die nun eingetreten ist, nämlich dass die Erkenntnis explosionsartig bewertet wird. Ob der Aufwärtstrend damit auf Monate beendet ist, steht noch nicht fest. Zumindest hat er einen nachhaltigen Dämpfer erhalten. Der schafft Verbrauchern eine überraschend gute Kaufsituation.

Raffinerien litten seit Wochen an der heftigen Aufwärtsbewegung der Rohölpreise und der Stagnation beziehungsweise, wie im Fall von Benzin, dem Verfall der Produktenpreise. Die Margen brachen im Juli gewaltig ein. Geld wurde nur noch am Bohrloch verdient. Ein solches Szenario bestätigt die Politik der Ölgesellschaften, die nicht in den Ausbau von Raffineriekapazität investieren.

Der Handel leidet seit Monaten am zusammengebrochenen Heizölgeschäft. Das Umsatzminus zum Vorjahr beträgt über 40 Prozent. Hauptgrund ist der milde Winter. Verbraucher sparten in diesem Jahr rund 8 Mrd. Euro bei den Heizkosten ein. Diese frei verfügbare Geldmenge trug zum positiven Klima der Binnenwirtschaft bei. Nicht verheiztes Öl und Gas senkten den Primärenergieverbrauch im ersten Halbjahr 2007 gegenüber dem Vorjahr um acht Prozent. Das ist gut für das Klima. Wetterexperten warnen davor, diesen Effekt als nachhaltigen Klimawandel anzusehen. Der nächste Winter kann wieder sehr kalt werden. Dennoch ist es möglich die Einsparung erneut zu erzielen. Hierzu muss zuvor in Effizienz investiert werden. Ein nachhaltiges Verbrauchsminus von 40 Prozent bei Energie für Raumwärme ist auch in einem als normal kalt geltenden Winter möglich. Daher wird die Bundesregierung es langfristig zur Pflicht erheben.

Sollte die aktuell zu beobachtende Preisbewegung anhalten, ist ein Investment in Energiesparmaßnahmen kaufmännisch schwer zu rechtfertigen. Langfristig wird allen Prognosen zu Folge aber das Auf der Preis das eine oder andere Ab deutlich überwiegen. Daher ist die Einsparmaßnahme mit Blick auf die Zukunft nicht nur ökologisch sondern auch ökonomisch sinnvoll.

Heute Morgen kostet die Tonne Gasöl nur noch 610 $. Dieser Wert wurde bereits gestern Abend erreicht. Ein weiterer Rückgang ist aktuell nicht zu beobachten.

Unsere Heizölpreise fallen deutlich. Sie werden vom Ausverkauf am Weltmarkt getrieben und vom erneut fallenden Dollar unterstützt. Der Preisverfall kommt überraschend. Aktuell sieht es so aus, als setzte er sich fort. Es könnte sich um den ab Ende September erwarteten Preisrückgang handeln. Noch ist der Verlauf der Hurrikansaison in den USA allerdings völlig offen. Damit liegt wenig Verlässlichkeit in den Preisen. Ein erneuter Richtungswechsel wäre nicht ungewöhnlich. Insofern sollte der Moment als Kaufgelegenheit betrachtet werden.

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