Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


Spekulanten essen die Pille

Die Stimmung hat sich gewandelt. An den Märkten akzeptiert man, dass die Idee von der genesenden Wirtschaft zu Übertreibungen führte. Die müssen korrigiert werden. Das geschieht mit beachtlicher Konsequenz. Störfeuer wie Anfang letzter Woche, als die Ölpreise im beginnenden Abgang plötzlich in die Höhe schossen, gibt es nicht mehr. Der Vorgang hat sich mittlerweile als eine versuchte Preismanipulation herausgestellt. Dazu gibt es morgen mehr Informationen. Der aktuelle Preisrückgang befindet sich im Einklang mit den meisten Wirtschafts- und Öldaten. Die EIA (Statistikbehörde im US-Energieministerium) senkt die prognostizierte Binnennachfrage für das laufende Jahr erneut von zuvor -2,9 Prozent auf nun -3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für das nächste Jahr wird, wie im letzten Report, ein Zuwachs von 1,6 Prozent angesetzt. Die Öllager sind randvoll. Saudi Arabien und andere Anbieter der Golfregion verfügen über hohe Förderreserven, weil ihr Potenzial mangels Nachfrage nicht ausgeschöpft wird. In den Ölkonzernen hält man es nicht mehr für abwegig, dass die Nachfrage in den alten Industrienationen nie wieder steigen wird. BP verweist in diesem Zusammenhang auf einen bereits im Jahr 2006 einsetzenden Nachfragerückgang in diesen Ländern. Begründet wird er damit, dass ein Preis von über 60 Dollar pro Barrel von Verbrauchern als zu hoch empfunden wird. Dieser führt zu Käuferstreiks. Der Dollar hält sich in diesen Tagen erstaunlich stabil. Es ist wenig von der sonst üblichen Gegenbewegung zu Aktien- und Ölmärkten zu sehen.

preistreibende (bullische) Einflüsse: Lieferausfälle in Nigeria
OPEC-Exporte gesunken
China füllt Lager auf
Goldman & Sachs setzen auf 110 Dollar pro Barrel in 2010
Gefahr von Ölengpässen wegen mangelnder Investitionsbereitschaft

preisdrückende (bärische) Einflüsse: Rezession
Arbeitslosigkeit in den USA steigt stark
US-Verbrauchervertrauen gering
Weltbank sieht Weltwirtschaft stärker schrumpfen
EIA, OPEC und IEA prognostizieren Verbrauchsrückgang
Überproduktion von Rohöl
Öllager randvoll

Unsere Heizölpreise sinken. In Kürze dürfte die magische Marke von 50 Cent pro Liter bei einer 3000-Liter-Partie unterschritten werden. Danach gibt es nach unserer Einschätzung durchaus weiteres Potenzial für den Preisabgang. Allerdings erhöht sich dann auch wieder die Gefahr einer plötzlichen Preisumkehr. Spekulanten werden sicher nicht lange so still halten wie in diesen Tagen. Wenn man den eigenen Heizölkauf preisspekulativ betreiben will, sollte man klare Kenntnisse über Vorrat und Verbrauch haben. Andernfalls läuft man Gefahr, plötzlich mit einem leeren Tank dazustehen und zum Kauf gezwungen zu sein. Als Unterstützung empfehlen wir den elektronischen Peilstab und das Logbuch für den Heizölverbrauch.

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt unter
E-Mail: KlausBergmann@esyoil.com

Presse-Kontakt

Weitere Informationen