Unseren neuen Kommentar für den 03.12.16 finden Sie hier.


Spekulanten und Fed treiben die Heizölpreise

Gestern machten die Ölpreise einen ordentlichen Sprung nach oben. Das war nicht erwartet worden. Die Marktteilnehmer reagierten auf die Veröffentlichung der wöchentlichen Bestandsveränderungen in den US-Lagern. Die Zahlen machten zunächst einen eher preisdrückenden Eindruck, dennoch schossen die Notierungen um fast 4,5 Prozent in die Höhe und kamen auch nicht wieder zurück. Im späteren Verlauf trieb ein schwacher Dollar die Ölnotierungen weiter an.

Der Dollar verlor gestern Abend gegenüber dem Euro. Die amerikanische Notenbank hatte in einem Statement ihr Versprechen nicht erneuert, die Leitzinserhöhung mit Geduld vorzunehmen. Allerdings wird die nächste Zinserhöhung erst im Juni erwartet. Auf dieser Seite haben die deutschen Heizölverbraucher etwas Ruhe verdient. Wenn der Euro sich behaupten kann, dann könnten sie von den zu erwartenden Verlusten der Ölpreise profitieren.

Die Reaktion auf die jüngsten US-Bestandsberichte des DOE (Department of Energy) und des API (American Petroleum Institute) sind lediglich durch technisch orientierte Spekulationen zu erklären. Dabei setzen die Spekulanten auf wachsende Unterschiede zwischen den Ölsorten WTI und Brent. Der Gesamteindruck bleibt bärisch. Es wurden Lageraufbauten festgestellt und das bei sinkenden Importen und lediglich einer steigenden Nachfrage bei Benzin. Bestände und Produktion in den USA jagen weiter von einem Rekordwert zum nächsten. Die Einzelergebnisse der Bestandsrecherchen sehen wie folgt aus:

Rohöl: +9,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. +10,5 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +0,4 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,3 Mio. Barrel (API)
Benzin: -4,5 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,6 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Aufbau von 5,5 (DOE) bzw. 9,6 (API) Mio. Barrel gegenüber der Vorwoche. Die Raffinerieauslastung blieb bei 88 Prozent. Der Wert liegt auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr.

Heute Morgen sinken die Notierungen wieder leicht gegenüber den Schlusskursen von gestern. Es wirkt, als würden die Ausschläge von gestern Abend relativiert werden. Im Vergleich zu gestern Morgen ergibt sich folgendes Bild. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 531,00 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 43,56 Dollar und in London zu 55,33 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,9275 Euro . Damit kostet der Euro 1,0781 Dollar .

Nationaler Markt

Die Heizölpreise ziehen an. Der Schwung kommt von den gestern gestiegenen Ölpreisen. Der Verlust des Dollars kann ihn nur abfedern, aber nicht gänzlich annullieren. Die Heizölpreise bewegen sich deshalb weiter im Seitwärtstrend der 3-Monats-Ansicht der aktuellen Heizölpreis-Tendenz.

Die Heizölverbraucher in Deutschland kaufen auf einem mittleren Niveau. Damit halten sie die aktuellen Heizölpreise für akzeptabel. Die Hoffnungen auf tiefere Preise bleiben dennoch mit einem Wert von 87 Prozent stark. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Lage entsprechend an. Das eine spricht sich für einen akzeptablen Kaufpreis aus, das andere steht auf einem klaren Mehrheitswert für die Erwartung an fallende Heizölpreise.

Diese Beobachter sollten gewarnt sein. In nun fast allen Regionen Deutschlands weist das mathematische Tiefpreis-System bereits wieder einen guten Kaufmoment aus. Damit ist der aktuelle Heizölpreis im Vergleich zur jüngeren Vergangenheit gut. Die Gefahr, dass man sich verspekuliert, wächst demnach.

Die Preistrends weisen nur in den längerfristigen Bereichen abwärts. Die Konstellation legt eine Spekulation auf fallende Ölpreise nicht unbedingt nahe, die Überversorgung des realen Markts hingegen schon. Die Heizölpreis-Entwicklung steckt in einer 50/50 Situation fest.

Unser simpler Rat an alle Unentschlossenen lautet: Wenn Ihr Tank demnächst eine Füllung verlangt, sollten Sie kaufen. Seien Sie einfach mit dem gewaltigen Preissturz, von dem immer noch ein ordentlicher Anteil verblieben ist, zufrieden. Wenn Sie genügend Heizöl im Tank haben, über ein gutes Nervenkostüm verfügen, um unliebsame Preisentwicklungen zu ertragen, und den spekulativen Kick lieben, sollten Sie es riskieren, auf bessere Preise zu setzen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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