Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Stabile Preise

Zum Wochenschluss wurde Heizöl an den internationalen Ölmärkten etwas billiger. Tendenziell ist eine leichte Aufwärtsbewegung innerhalb der Handelsspanne von 44$ bis 50$ für US-Rohöl zu beobachten. Dem steht eine ebenfalls leichte Dollarverbilligung gegenüber.

Die großen Emotionen sind aus dem Spiel. Um die Ölversorgung wird es ruhiger. Sie steht momentan auf relativ soliden Beinen. Reservekapazitäten sind allerdings kaum vorhanden. Geopolitische Spannungen können daher jederzeit zu neuen Ausbrüchen der Preise führen. Aktuell sind aber keine neuen Krisenherde auszumachen.

Die jüngsten Daten über die Bevorratung in den USA enttäuschten. Dennoch hält sich der daraus resultierende Preisauftrieb in Grenzen. Mit Recht, denn die Vorratslage ist besser als in den letzten beiden Jahren. In einer 5-Jahres-Betrachtung befindet sie sich auf einem guten mittleren Niveau. Dass die Preise angesichts dieser Umstände nicht deutlich fallen, ist der Tatsache zuzuschreiben, dass die Weltnachfrage weiterhin steigt und die Anlagekapazitäten knapp sind.

Die großen Mineralölgesellschaften haben ihre Anstrengungen für die Erkundung neuer Vorkommen und den Aufbau neuer Anlagen erhöht. Kritiker mahnen aber an, dass die Aktivitäten nicht ausreichten. Die börsennotierten Unternehmen werden nach wie vor durch eine unausgewogene Politik zwischen Renditemaximierung und gesellschaftlicher Verantwortung geleitet. Die einseitige Verfolgung des Shareholder-Value-Prinzips beschert den Aktionären zwar Jahr für Jahr höhere Gewinne. Diese werden aber insbesondere durch eine übertriebene Zurückhaltung in Zukunftsinvestitionen erzielt. Das führt zu Mangelerscheinungen bei der Versorgung und schließlich zu weiter steigenden Preisen. Paradoxerweise führt Sparsamkeit bei Investitionen im Bereich der Versorgungsindustrie zu einer Erhöhung der Erlöse. Leider ist z.Z. kein Paradigmenwechsel in Sicht. Es bleibt zu hoffen, dass es diesen nicht erst gibt, wenn die Teuerung von Energie den Gewinnzuwachs aus Unternehmensanteilen nachhaltig übersteigt. Denn dann könnte es für eine sanfte Reparatur zu spät sein.

Dass Regierungen immer noch dazu neigen, Spekulanten für die gestiegenen Ölpreise verantwortlich zu machen, zeugt von beachtlicher Ignoranz und von Unfähigkeit regulierend auf die Interessen der Großindustrie und die Erfordernisse des Gemeinwesens einzugreifen. Nicht der Warenterminmarkt sondern die Industriepolitik bestimmt langfristig den Preis.

Kurzfristig gibt es keinen Anlass, dass sich diese Sorgen in der Preisentwicklung widerspiegeln. Zum und im zweiten Quartal ist die Nachfrage traditionell rückläufig. Hinsichtlich der langfristigen Preisentwicklung sind sie aber berechtigt. Deutliche Preisrückgänge auf Sicht eines Jahres sind vor diesem Hintergrund nur schwer vorstellbar. Wenn ausgerechnet der BP-Chef das anders sieht, fragt man sich, ob seine reduzierte Preiserwartung auf einer realen Einschätzung der Lage beruht oder ob da eher ein Understatement mit Blick auf die Anleger spricht. Schließlich macht es sich immer gut, wenn am Ende einer Periode Gewinne über den Erwartungen gemeldet werden können.

Auf die längerfristige Wahrscheinlichkeit hoher Preise wies auch die IEA (Internationale Energie Agentur) hin. Sie sieht einem sinkenden Ölausstoß der Nicht-OPEC-Ländern entgegen. Insbesondere Russland lahmt.

Der Dollarkurs wurde nach Meinung von Devisenexperten in den letzten Wochen zu hoch geredet. Zwar sind Bemühungen der US-Regierung zu erahnen, das Haushaltsdefizit abzubauen. Aber die werden nicht ausreichen, um neues Vertrauen in die Währung zu generieren. Mittelfristig sollte der Dollar wieder billiger werden. Das käme immerhin dem Handelsbilanzdefizit der USA zu Gute.

Gasöl ist heute Morgen billiger als am Freitag. Die Differenz ist aber nicht nennenswert. Die Tonne kostet 393$.

Unsere Heizölpreise geben dank eines fallenden Dollars und eines leicht gesunkenen Gasölpreises etwas nach. Insgesamt bleibt die Bewegung marginal. Deutlich sinkende Preise sind nicht zu erkennen. Nach wie vor gilt unsere Empfehlung, momentan lieber auf Terminflexibilität bei der Bestellung zu setzen und die daraus resultierende Einsparung in den Transportkosten einzustreichen als auf spürbar fallende Preise zu spekulieren.

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