Unseren neuen Kommentar für den 05.12.16 finden Sie hier.


Starker Aufwärtstrend

Die Daten über die US-Vorräte hätten besser kaum sein können. Aber den Preisen halfen sie nicht abwärts. Statt dessen ließ sich der Markt von neuen Terrorwarnungen für die USA und von den Vorgängen um die russische Yukos beeindrucken. Der seit Tagen feste Trend wurde ausgebaut. Aussicht auf eine Preiswende existiert nicht.

Der größte russische Ölkonzern Yukos ist seit Tagen in den Schlagzeilen. Alles läuft auf seine Verstaatlichung hinaus. Mit unermesslichen Steuerforderungen, die die Liquidität des Unternehmens übersteigt, bekommt die russische Regierung Zugriff auf die Aktienanteile. Die wird sie vermutlich in den Besitz einer der halbstaatlichen regierungstreuen Gesellschaften wie Lukoil oder Gazprom bringen. Der Vorgang schreckt Investoren auf, da er tiefe Zweifel an der rechtstaatlichen Entwicklung Russlands aufkommen lässt. Und er sorgt für Unruhe am Ölmarkt. Die Zahlungsunfähigkeit des Konzerns könnte negative Auswirkungen auf die Förderfähigkeit haben. Yukos fördert immerhin 20% des russischen Öls, das sind annähernd 1 Mio. Barrel pro Tag.

Vom US-Heimatschutzminister Tom Ridge werden vehemente aber äußerst wage Warnungen über geplante Terroraktionen der Al Kaida zur Präsidentschaftswahl lanciert. Die Angriffe sollen den Wahlgang unterbrechen, heißt es. Die Öl- und Devisenmärkte reagieren darauf deutlich. Ölpreis rauf, Dollar runter.

Ingesamt waren Yukos und Tom Ridge die gestrigen News-Maker. Sie konterten die sehr positiven Daten über die US-Vorräte aus. DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) meldeten folgende Zahlen:

Rohöl: +0,1 Mio. Barrel (DOE) bzw. -1,6 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +3,1 Mio. Barrel (DOE) bzw. +2,8 Mio. Barrel (API)
Benzin: +1,0 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,2 Mio. Barrel (API)

In Summe ergeben sich Zuwächse von 4,2 bzw. 1,4 Mio. Barrel. Insbesondere der Umstand, dass dieses Mal die Produkte zulegen konnten, löste positives Erstaunen aus. Es ist ein Hoffungsschimmer für die kritisch beäugte Lage um die Raffinerien, die mit über 96% Verfügbarkeit wieder einen recht ordentlichen Wert schafften. Der Hauptgrund für den starken Anstieg der Heizölvorräte liegt aber in der außergewöhnlich hohen Importquote. Die USA kaufen u.a. bei uns Heizöl ein. Das ist auf dem heimischen Markt kaum zu spüren, da die Nachfrage weiterhin besorgniserregend gering ist.

Dass die Preisbewegung trotz der guten Vorratsdaten nicht dreht, kann als Stärke des Aufwärtstrends interpretiert werden. Zwar ist in den nächsten Tagen eine kleine Korrektur zu erwarten, da der gestrige Anstieg als übertrieben gilt. Aber eine allgemeine Richtungsänderung erwartet niemand im Markt außer der deutsche Verbraucher. Doch ist diese Erwartung ausschließlich Wunsch und berücksichtigt nicht die Wirklichkeit.

Heute Morgen geht es weiter aufwärts mit dem Gasölpreis. Mit 349,50$ pro Tonne ist das Allzeithoch in unseren Charts vom letzten Dienstag fast wieder erreicht.

Unsere Heizölpreise werden heute vermutlich weiter steigen. Im Gegensatz zum Gasölpreis haben sie allerdings noch kein Allzeithoch erreicht. Das steht möglicherweise im Herbst auf dem Plan. Noch kann der relativ billige Dollar die Preise unter der Spitze vom März des letzten Jahres halten. Gerade weil der Dollar derzeit sehr billig ist, muss er aber als zusätzliche Gefahrenquelle für die Heizölpreise angesehen werden. Denn irgendwann wird er wieder teurer werden. Wir raten dazu, den Heizölkauf nicht weiter zu verschieben. Die Risiken, dass die Preise weiter steigen, übersteigen die Chancen, dass sie in einigen Monaten tiefer stehen. Kaufen sie bevor Ihr Tank leer ist und bevor das Gros der Verbraucher die Panik packt! Denn dann würde es für Sie noch teurer werden.

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