Unseren neuen Kommentar für den 03.12.16 finden Sie hier.


Stimmung gestört

Nichts wurde aus der Erwartung eines deutlichen Preisrückgangs. Die Lagerdaten konnten nicht überzeugen. Nachdem eine Terrormeldung aus Saudi Arabien einging, drehten die Preise sogar deutlich aufwärts. In New York verteuerten sich die Ölkontrakte um 4,5%. Der Dollar legte leicht zu.

Am Beginn des gestrigen Handelstages war die Einstellung bärisch. Nachdem die US-Bestandsdaten veröffentlicht wurden, trübte sich das Bild ein. Doch der Markt wollte sich die Stimmung trotz unbefriedigender Ergebnisse nicht vermiesen lassen. Mit einer Ausnahme geben die Daten immerhin die Erwartungen wieder. DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) lieferten folgende Werte:

Rohöl: -0,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,2 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -0,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,5 Mio. Barrel (API)
Benzin: +0,9 Mio. Barrel (DOE) bzw. -2,7 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Bestandsabbau von 0,7 bzw. 2,4 Mio. Barrel. Der deutliche Unterschied in den Angaben lässt breiten Spielraum für Interpretationen. Der API-Wert über Benzin fällt aus dem Rahmen. Die Heizölimporte legten gegenüber der Vorwoche leicht zu. Rohöl wurde deutlich geringer eingeführt. Die Raffinerieverfügbarkeit war befriedigend. Die Produktion konnte dennoch nicht gesteigert werden.

Mit den milden Temperaturen im Nordosten der USA, wo am meisten Heizöl verbraucht wird, ließe sich der Abwärtstrend noch retten. Aber zwei gezündete Autobomben in Riad vermochten die Börse zu drehen. Ölanlagen waren zwar nicht von den Anschlägen betroffen, so dass es keine unmittelbare Auswirkung auf die Versorgung gibt. Da Saudi Arabien aber die mit Abstand exponierteste Rolle im Ölgeflecht spielt, hinterlässt jede unregelmäßige oder unerwartete Regung Spuren in der Preislandschaft. Vermutlich wird die durch die Bomben ausgelöste Aufwärtsbewegung nicht nachhaltig sein. Aber das Chartbild ist erheblich gestört. Zweifel am Bestand der Abwärtsbewegung werden genährt.

Auf Grund der Feiertage ist ein regulärer Handel und damit eine reguläre Preisbildung z.Z. kaum möglich. Klarheit über die weitere Entwicklung dürfte erst Mitte der nächsten Woche herrschen. Dann sind alle Handelplätze wieder im normalen Betrieb.

Der Dollar bewegt sich in für den Euro nie da gewesenen Tiefen. Lediglich im Vergleich mit der DM war er einmal billiger. Die Erwartung weiterer Kursrückgänge ist groß. Derzeit ist eine leichte Erholung zu verzeichnen. Aber auch die Währung unterliegt keiner regulären Preisbildung. Das Handelsvolumen ist zu gering.

Der Gasölpreis zieht heute Morgen deutlich an. Die Tonne kostet 373,50$. Das ist ein Aufschlag von fast 10$ zum gestrigen Schlusspreis.

Unsere Heizölpreise legen zu. Sie folgen bedingt dem Weltmarkt. Die inländische Sonderentwicklung hält noch an. Das Angebot und damit die Preisentwicklung sind nicht auf internationaler Linie. Im Januar sollte der Anschluss wieder erfolgen. Dann müssten die Preise nachgeben, vorausgesetzt negative Überraschungen bleiben aus. Der gestrige Tag zeigt, dass es dafür keine Gewähr gibt.

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