Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Stimmungswechsel

Nachdem die Rohölnotierungen in New York ein neues Hoch im Laufe des Aufwärtstrends aufgelegt hatten, ging es abwärts. 2,24$ oder 6,3% gaben die Notierungen nach. Der Aufwärtstrend wird durch die abrupte Bewegung allerdings noch nicht in Frage gestellt. Der Preisrückgang schöpft die übliche Schwankungsbreite bei weitem nicht aus.

Ein Wechsel in der Einschätzung der Vorratslage deutet sich an. Zwar werden die historisch tiefen Rohölbestände der USA weiterhin mit Argusaugen betrachtet. Doch die prall gefüllten Heizöllager lassen vermuten, dass man ohne Probleme über den Winter kommen wird. Die Erdgasvorräte untermauern diese Ansicht. Es gibt also keinen zwingenden Grund, in die geringen Rohölvorräte eine Versorgungskrise hineinzuinterpretieren.

Das Wetter hilft den Brokern, ihre Einstellung zu ändern. Ab morgen sollen die Temperaturen in den heizölstarken Regionen der USA wieder auf einen normalen Mittelwert steigen. Die Heizölvorräte werden also nicht besonders stark belastet.

Die OPEC beharrt auf ihrer Position, das Problem auszusitzen. Über Mengenänderungen werde man erst am 10. Februar auf dem Meeting in Algier sprechen. Und man werde nur sprechen. Eine Veränderung sei nicht zu erwarten.

Wenn die OPEC ihre Meinung nicht ändert, ändern die Analysten eben ihre Meinung. Einer muss es ja tun. Das ist nicht ganz untypisch für Börsengeschehen.

Aus den Preischarts lässt sich mit dem kräftigen Verfall noch keine grundsätzlich neue Situation entwickeln. Nach wie vor ist der Aufwärtstrend stabil. Um den kurzfristigen Aufwärtstrend zu brechen, bedarf es nur noch wenig. Der längerfristige Aufwärtstrend duldet hingegen weitere zwei Dollar Abstieg, ohne in Gefahr zu geraten.

In Europa kommt bereits Freude auf, wenn die Preise wie jetzt innerhalb des Trendkanals zurückgehen. Einen Bruch des längerfristigen Aufwärtstrends brauchen wir derzeit nicht, um gute Preise zu erhalten. Der schwache Dollar korrigiert die Weltmarktpreise außerordentlich stark. In den letzten Tagen hat der Kurs zwar etwas zugelegt. Am absoluten Tiefstand änderte das allerdings wenig.

Gasöl verbilligte sich deutlich. Die Tonne kostet zur Stunde 267$.

Unsere Heizölpreise geben kräftig nach. Der etwas stärkere Dollar konnte den rasant stürzenden Weltmarktpreisen nichts Nennenswertes entgegensetzen. Es kommt Hoffnung auf, dass der Preisrückgang weitergeht. Dem steht allerdings ein bisher vollkommen intakter Aufwärtstrend am Weltmarkt im Wege. Eine Prognose, dass die Heizölpreise den seitwärts verlaufenden Trendkanal nach unten verlassen werden, scheint uns noch zu früh zu sein. Die Stimmung an den Märkten ist derzeit wankelmütig. Sie kann schnell wieder eine andere Preisrichtung hervorrufen.

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