Unseren neuen Kommentar für den 03.12.16 finden Sie hier.


Tag der Ruhe vorbei

Die Europäer lieben keine Hektik. Diese Idee könnte man nach dem gestrigen Handelstag bekommen, der ohne das Zutun der USA lief. Er war ruhig und entspannend. Die Preise schwangen in einem relativ engen Band bei leichtem Aufwärtsdrang. Überraschende Bewegungen blieben aus, obwohl die Nachrichten aus dem Irak für Stimmung hätten sorgen können.

Gegen 1 Uhr heute Nacht nahm man an der elektronischen Warenbörse in New York (NYMEX) den Handel wieder auf. Und schon kehrt Unruhe ein. Die leichten Preissteigerungen, die die Europäer im Tagesverlauf produzierten, reichen den US-Händlern offensichtlich nicht aus. Sie packen richtig was drauf. Ob es sich dabei um die in letzter Zeit übliche Betriebshektik handelt oder ob der Kursanstieg bis zur Eröffnung des Parketthandels heute Nachmittag Bestand haben wird, ist schwer einzuschätzen. Wir neigen zu der Annahme, das die Preissteigerung Substanz hat.

Die Nachrichtenlage hat eigentlich Entspannendes zu bieten. Die jüngste Haltung des Iraks zu den Waffenkontrollen sieht nach Zugeständnissen aus, die kriegsverhindert sein könnten. Doch um gar nicht erst Freude aufkommen zu lassen, haben George Bush und die Seinen sofort gegengehalten. ?Nicht ausreichend? lautet die stereotype Antwort. Mit diesen Sätzen macht der Ölmann Bush seine Leute reich. Sie bewirken momentan garantiert weiter steigende Preise.

Aus Venezuela kommt die Kunde, dass man die Produktion mittlerweile auf 22% der ursprünglichen Menge getrieben hat. Langsam aber stetig scheint es voranzugehen, aber zu langsam für die aktuelle Marktverfassung. Und die OPEC setzt ihr Versprechen, die Liefermengen als Ausgleich zu erhöhen, ebenfalls zu langsam um.

Das der Gasölpreis heute Morgen steigt, ist schließlich keine Überraschung mehr. Mit 271$ pro Tonne liegt er über der gestrigen Handelsspanne.

Unser Heizölpreis hält sich im Vergleich zu den Weltmarktpreisen mächtig zurück. Mit freundlicher Unterstützung des schwachen Dollars und ein klein wenig gebremst durch eine geringe Inlandsnachfrage kriecht er langsam aufwärts. Langsam kommt allerdings auch voran und es ist nicht abzusehen, dass es in nächster Zeit zu einer Richtungsänderung kommen wird.

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