Unseren neuen Kommentar für den 05.12.16 finden Sie hier.


Tanz um die 40$-Marke

8 Cents unterhalb der magischen Marke von 40$ ging US-Rohöl am Freitag aus dem Handel. Analysten erwarten einen leichten Rückgang bevor der Durchbruch nach oben vollzogen wird. Dass er kommt, steht z.Z. für die große Mehrheit der Marktteilnehmer fest. Offen bleiben die Fragen, wie hoch die Preise aufsteigen werden und wie lange der Aufwärtstrend anhalten wird. Für europäische Heizölverbraucher kommt erschwerend ein starker Dollar hinzu, dessen preissteigernder Effekt bei einem fortgesetzten Aufwärtstrend noch größer sein kann als der des Rohöls.

Die fundamentalen Voraussetzungen für den anhaltenden Trend zu teureren Ölprodukten dominieren nach wie vor die Märkte. Das Problem der USA mit ihrer Produktion von schwefelarmen Benzin, die akute Bedrohung internationaler Ölanlagen durch Al-Kaida-Kämpfer und der enorme Ölbedarf der Welt, der besonders in China exorbitant zunimmt, sind die schwergewichtigsten Gründe. Die Fonds wähnen sich mit ihrer Einschätzung, dass die Preise weiter steigen werden, sehr sicher. Sie vergrößerten in der letzten Woche erneut die Anzahl ihrer Long-Positionen. Die Charttechnik gibt ihnen recht.

Weil sich der Aufwärtstrend der Ölpreise übermächtig und endlos präsentiert, wächst nun sogar die Sorge vor einem Erstickungstod der Wirtschaft an den Ölpreisen bei der OPEC. Tendenziell sind die Kartellstaaten an teurerem Öl interessiert. Sie brauchen das Geld für die Sanierung ihrer maroden Staatsfinanzen und für die Erschließung neuer Ölquellen. So haben sie mit ihrer elastischen Politik bisher zum Preisanstieg mehr beigetragen als ihn verhindert. Doch nun wird klar, dass man die Preissteigerung nicht mehr im Griff hat. Daher wird die Diskussion um eine Erhöhung der offiziellen Liefermengen lauter. Die inoffiziellen Mengen liegen schon lange 1 bis 1,5 Mio. Barrel pro Tag über der Quote.

Aber selbst diese Diskussion vermochte den unaufhaltsamen Anstieg der Preise nicht zu bremsen. Statt dessen beleben Warnungen vom US-Geheimdienst, nach denen insbesondere Ölanlagen am Meer für Terroranschläge im Stil der letzten Basra-Attacken gefährdet seien, die Märkte. Kuwait reagierte darauf mit der verstärkten Sicherung von sechs Häfen.

Nach aktueller Lage der Dinge, müssen Verbraucher mit einem noch lange anhaltenden Anstieg der Preise rechnen. Ein heute absehbare Trendbruch könnte erst im Herbst vor den US-Wahlen kommen, wenn Saudi Arabien das angeblich in Aussicht gestellte Wahlgeschenk an George W. Busch in Form von preisdrückenden Ölmengen verteilt. Doch sollte die Terrorgefahr bis zu diesem hypothetischen Ereignis nicht verringert worden sein, könnten selbst die Möglichkeiten des weltgrößten Ölproduzenten nicht ausreichen, um die Preise zur Umkehr zu bewegen.

Der Dollar läuft wieder gegen die Interessen der europäischen Verbraucher. Positive Daten über die Entwicklung am US-Arbeitsmarkt sind der Grund. Die Richtung des Dollars dürfte für den Fall, dass Saudi Arabiens mögliche Wahlhilfe für den amtierenden Präsidenten griffe, kaum anders sein. Daher würde ein Preiseinbruch beim Öl hierzulande erheblich gedämpft beim Verbraucher ankommen.

Der Gasölpreis startet mit 324,50$ pro Tonne in die Woche. Das liegt unter dem Freitagsniveau und spricht für die These, dass es vor dem nächsten Preissturm zu einer kleinen Erholung kommt.

Unsere Heizölpreise haben ein neues Hoch erreicht. Es ist das x-te in Folge. Sie werden dabei kurzfristig vom starken Dollar getrieben. Mit einem spürbaren Preisrückgang rechnen wir derzeit nicht. Das geringe Abwärtspotential des Weltmarktes wird durch die Währungsbewegung zunichte gemacht. Wir glauben, dass Verbraucher derzeit gut beraten sind, wenn sie sich mit einer Teilmenge eindecken. Die anhaltende Gefahr zu erheblichen Preissteigerungen veranlasst uns zu dieser Einstellung.

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