Unseren neuen Kommentar für den 07.12.16 finden Sie hier.


Technik schlägt Stimmung

Trotz der jüngsten Terroranschläge, die im Markt tendenziell eine bullische Stimmung hinterlassen, brachte der gestrige Handelstag Kursverluste. Damit behielt die charttechnisch orientierte Handlungsweise die Oberhand.

Fundamental liegt ein ausgewogenes Gemisch von Argumenten vor, das wenig Anlass bietet, sich auf eine bestimmte Bewegungsrichtung festzulegen. Ein weiterer Raffinerieausfall wird aus Venezuela gemeldet. Der Irakische Ölminister nennt als aktuelle Produktionszahl seines Landes 1,5 Mio. Barrel pro Tag. Die Zahl war im letzten Monat bereits höher. Die Verschiffung des Öls erfolgt nur über Basra im Süden, da die Pipeline zum türkischen Mittelmeerhafen Ceyhan weiterhin nicht einsatzfähig ist. Die OPEC bemüht sich redlich um eine Allianz mit den Nicht-OPEC-Staaten. Sie verfolgt das Ziel, die Fördermengen als konzertierte Aktion knapp zu halten. Diesen preistreibenden Argumenten stehen Prognosen der US-Wetterämter gegenüber, die für die kommenden vier Wochen eine Fortdauer der relativ warmen Temperaturen vorhersagen. Das drückt auf die Preise.

Die Interpretation der letzten US-Vorratsdaten erfolgte mehrheitlich bullisch. Eine analytische Betrachtung der Zahlen lässt aber allenfalls eine neutrale Interpretation zu.

Die Emotionen der Marktteilnehmer wurden am Wochenende durch die Terroranschläge in Aufruhr versetzt. Die Befürchtung, dass diese Stimmung das Marktgeschehen dominieren könnte, bewahrheitete sich erfreulicherweise nicht.

So stand der Weg gestern offen, den sich charttechnisch andeutenden Preisrückgang zu zelebrieren. Die kurzfristigen Rohölkontrakte verloren gut 2% an Wert. Es besteht berechtigter Anlass zu der Hoffnung, dass der Einstieg in den Abstieg der Preise geschafft ist. Der hoffentlich folgende Preisrückgang sollte mindestens weitere 2,5$ Erleichterung bringen.

Wie viel Freunde wir Europäer an einem Preisrückgang des Öls haben werden, ist angesichts eines sich heftig bewegenden Dollars vollkommen ungewiss. Wir befürchten, dass die Dollarentwicklung der kommenden Tage, die wahrscheinlich fallenden Ölpreise kompensieren wird.

Der Gasölpreis gibt heute Morgen nach. Die Tonne kostet zur Stunde 267,25$. Damit ist sie rund 1% billiger als gestern Früh. Etwas mehr Verbilligung sollte bei den Vorgaben aus den USA schon möglich sein.

Unsere Heizölpreise fallen moderat. Gestern zeigte der Dollarkurs wenig Veränderung, so dass der Ölpreisrückgang Spuren hinterlassen konnte. Trotz der Erwartung, dass der Weltmarktpreis für Öl in den kommenden Tagen deutlich nachgibt, bleiben wir hinsichtlich einer spürbaren Preisverbesserung beim Heizöl zurückhaltend. Verbraucher, die nicht in kurzfristigem Zugzwang stehen, sollten die Preise nun auf alle Fälle unter enger Beobachtung behalten. Wer einen fast leergefahrenen Tank hat, sollte lieber schnell bestellen und die Vorteile unserer Lieferbedingungen nutzen. Die Einsparung ist wenigstens sicher.

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