Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Technische Entspannung

Die Entspannung der heiß gelaufenen Kurse setzte sich auch gestern fort. Es war eine rein technische Preisbewegung. Neue fundamentale Nachrichten blieben aus. Der Dollar zeigte starke Ausschläge. Am
Ende verteuerte er sich und dämpfte damit die Kursabschläge beim Öl.

Die fundamentalen Marktverhältnisse sind unverändert. OPEC, Venezuela, US-Benzinversorgung und allgemeine Ölversorgung der Welt bestimmen die Börsenthemen. Sie behielten gestern zwar ihre bullische Substanz. Die Kurse konnten sie indes nicht bewegen. Die folgten im Wesentlichen der Charttechnik. Und dort stehen die Zeichen momentan auf Gegenbewegung zum herrschenden Trend.

Heute warten die Händler wieder auf neue Impulse aus den Daten über die US-Vorräte. In ersten Schätzungen lassen sie sich nicht auf Extrempositionen ein. Man sieht immer noch rückläufige Bestände vorher.

Für die große Linie in der Preisbildung wird die OPEC noch einige Zeit in den Schlagzeilen bleiben. Bis zum 31. März kann trefflich spekuliert werden, ob die Herren der Ölhähne sich dazu entschließen können, mehr Öl anzubieten. Gegen die Meinung einiger Mitgliedsstaaten vertritt Saudi Arabien diesmal die harte Linie. Sie sollen die hohen Preise angeblich dringend für ihren Staatshaushalt benötigen. Ihnen wird ein weiterer Grund für ihre unnachgiebige Haltung zugeschrieben. 1997 war es Saudi Arabien, das der OPEC eine Produktionssteigerung verschlug, um die Ölpreise nicht zu teuer werden zu lassen. Die OPEC folgte und erzeugte damit einen zunächst unkontrollierbaren Preisverfall. Der brachte schließlich Notierungen von unter 10$ pro Barrel hervor. Heute kostet das Barrel OPEC-Öl über 32$. Es dauerte zwei Jahre bis die OPEC die Preise wieder auf eine für sie vertretbare Höhe gehievt hatte. So ein Desaster wollen die Scheichs nicht noch einmal erleben.

Die Entwicklung in Venezuela wird mit großer Skepsis beobachtet. Man kann nicht ernsthaft erwarten, dass das Land unter dem derzeitigen Präsidenten zur Ruhe kommt und dass die Ölindustrie zur Stabilität, wenn auch nur auf niedrigem Niveau, zurückfindet. Es gibt durchaus willige Investoren, die einen Neuaufbau der Industrie unterstützen würden. Die französische Total ist beispielsweise sehr interessiert. Doch fehlen derzeit die politischen Voraussetzungen für ein Engagement.

Die Benzinproblematik in den USA wird in den letzten Tagen etwas entspannter gesehen. An den Börsen hat ein vorsichtiger Verkauf der Kontrakte auf steigende Benzinpreise begonnen. Das macht allerdings noch keinen Frühling. Der US-Benzinmarkt bleibt eine bullische Angelegenheit, die jederzeit Auftriebskräfte in den gesamten Ölmarkt übertragen kann.

Der Gasölpreis hat sich sehr erfreulich entwickelt. Die Tonne kostet zur Stunde 273$.

Unsere Heizölpreise laufen besser als vorhergesehen. Auf Grund der hohen Auftriebskräfte am Weltmarkt erwarteten wir für die Woche bestenfalls ein gleichbleibendes Niveau. Nun hat sich der Preis für 3000 Liter im Bundesdurchschnitt bereits um knapp 3% verbilligt. Vor einem Jahr war Heizöl 27% teurer als heute. Diese Zahl wird sich in den kommenden Tagen deutlich verschlechtern, denn auf den Tag genau vor 12 Monaten begann der kriegsbedingte Preissturz. Eine Wiederholung ist derzeit nicht in Sicht.

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt unter
E-Mail: KlausBergmann@esyoil.com

Presse-Kontakt

Weitere Informationen