Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


Terror treibt Preise

Komplett vergessen ist der Start einer Abwärtsbewegung, zu dem die Preise vorgestern ansetzen. Der Terroranschlag in Riad, der Hauptstadt des bedeutendsten Öllandes der Welt, schockierte die Märkte. Gut einen Dollar legte der Rohölpreis seit dem Eintreffen der Nachricht zu. Die Charts geben zwar noch immer eine Seitwärtsbewegung wider, aber in Folge der starken psychologischen Wirkung der Bomben kann daraus schnell ein Ausbruch zu steigenden Preisen werden. Charttechnisch ist der Moment einer Entscheidung für die eine oder die andere Richtung nun gekommen.

Die Tat gehe definitiv auf das Konto von Al Kaida. Und das bestärkt die USA in der Fortführung ihres Antiterrorfeldzuges. Es ist nicht abzusehen, dass die Politik der letzten Supermacht dieser Erde die Spirale der Gewalt verlassen wird. Im Gegenteil, alles deutet darauf hin, dass der Glaubenskrieg zwischen der Speerspitze der industrialisierten Welt und der selbsternannten Befreiungsarmee der islamischen Welt zur festen Einrichtung der Neuzeit wird. Die Bomben des Gegners werden von beiden Seiten als feige und niederträchtig gegeißelt, während die eigenen Bomben der Sache der Befreiung dienen. Kaum zu glauben, das diese primitive Logik am Beginn des 21. Jahrhunderts noch Begeisterung erwecken kann.

In der Welt des Öls sorgt diese Begeisterung für Verunsicherung und für steigende Preise. Das aller letzte, was man dort braucht, sind Kriege. Man kann darüber streiten, wie zerstörerisch die industrielle Ausbeutung des Öls für die Welt ist. Man wird nicht darüber streiten, dass Kriege die Aufbauleistungen einer Industrie zu Nichte machen. Das Geschehen im Irak ist ein trefflicher Beweis dafür, dass durch Kriege kein Öl zu gewinnen ist. Gewonnen wird es durch gemeinsame und gewaltige Aufbauleistungen vieler Beteiligter. Dazu gehört eine konzertierte Aktion vieler Nationen, vieler Kompetenzen und vieler Investoren. Und dazu gehört die Perspektive einer längeren Abwesenheit von kriegerischer Zerstörung, als Umschreibung für Frieden.

Neben den Bomben hatten die Märkte eine weitere Begründung für den Preisanstieg parat. Es ist die, wenn auch dürftige, Anstrengung Saudi Arabiens, die Ölausfuhr wieder zu drosseln. Im April war davon noch nichts zu spüren, wie die IEA gestern verkündete. Das Land förderte 9,3 Mio. Barrel. Das entspricht dem März-Wert. Aber die Drosselung soll auch erst im Juni greifen. Im Mai stehen noch Lieferverträge an, die es zu erfüllen gilt. Damit produziert Saudi Arabien aktuell 1,3 Mio. Barrel über der festgesetzten Quote. Insgesamt lag die OPEC-Produktion im April 1,4 Mio. Barrel über der Quotierung. Dieser Umstand spielte gestern keine Rolle bei der Preisfindung. Da die Korrektur fast allein von Saudi Arabien zu erbringen ist und da sich das Land in der Vergangenheit als recht konsequent in seiner Handlungsweise in Ölfragen erwiesen hat, könnte man davon ausgehen, dass Quotentreue wiederherstellbar wäre. Damit fehlte aber ein beliebtes Motiv für fallende Preise.

Heute Morgen legt der Gasölpreis kräftig zu. Mit 223,25$ pro Tonne liegt der Preis sehr deutlich über den gestrigen Notierungen.

Auch unsere Heizölpreise ziehen an. Die in der letzten Zeit übliche Kompensation jedweder Preissteigerung des Weltmarktes durch einen fallenden Dollar bleibt momentan aus. Dieser Umstand wird aber vermutlich nur von kurzer Dauer sein. Der Anstieg der Weltmarktpreise könnte dagegen weitere Preissteigerungen erforderlich machen. Noch befinden sich die Heizölpreise auf einem phantastischen Niveau. Unsere Empfehlung lautet: Kaufen.

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