Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


Teuerung unausweichlich

Derzeit ist kein Ende der aufstrebenden Ölpreise zu erkennen. Charttechnisch befindet sich der Weltmarkt in einem klaren Aufwärtstrend. Kurzfristige Gegenbewegungen können kaum Erleichterung bringen. Der Dollar bleibt seiner Aufwärtsbewegung ebenfalls treu. Damit ist die im Juni vorhergesagte Teuerung für Heizöl unausweichlich.

OPEC-Öl hat gestern die 28-Dollar-Marke überschritten. Der Wert ist als obere Eingriffsgrenze definiert. Sollte der Preis für mehr als 10 Tage darüber bleiben, will die OPEC die Liefermengen erhöhen. Z. Z. gibt es aber keine Anzeichen für eine solche Maßnahme. Am 31. Juli sind die Ölminister bereits verabredet. Sie werden das Thema nach Lage der Dinge auf ihre Agenda nehmen müssen.

Spekulationen über einen Austritt Nigerias aus dem Kartell machten gestern erneut die Runde. Das Land möchte mehr Öl liefern als die Quotierung zulässt. Da die Produktion auf Grund von schwelenden Konflikten latent gefährdet ist, erscheint die Diskussion absurd. Sie ist aber geeignet, die ohnehin große Unsicherheit im Ölmarkt zu forcieren.

Venezuela, der zweite Wackelkandidat im Club der 11 Ölländer (Irak inklusive) macht ebenfalls mit unsicheren Meldungen auf sich aufmerksam. Die offiziellen Informationen über die Produktionsmengen werden von unabhängigen Beobachtern seit geraumer Zeit angezweifelt. Ölminister Rafael Ramirez lässt wissen, dass täglich über 3 Mio. Barrel gefördert werden. Argus, ein renommierter Preis- und Nachrichtendienst, schätzt die Förderung auf 2,65 Mio. Barrel mit fallender Tendenz.

Ramirez versucht die OPEC davon zu überzeugen, die Quoten zu senken. Seiner Meinung besteht die Gefahr, dass der Ölpreis bei der aktuellen Produktionsmenge verfällt. Die Vermutung liegt nahe, dass der Minister mit seinem Vorstoß versucht, die Quote an die realen Fähigkeiten Venezuelas anzupassen. Aus innenpolitischen Motiven will er auf diese Weise das Defizit zwischen der erlaubten Menge und der verkauften Menge schließen. Sowohl die realitätsfremde Art der Darstellung als auf die marode Lage des Landes erhöhen das Unsicherheitsmaß im Ölmarkt. Und Unsicherheit treibt die Preise hoch.

Für die Anhänger fallender Preise gab es gestern die Nachricht, dass sich Claudette, der tropische Sturm vor der Küste der USA, weiter abschwächt und kein ernsthaftes Bedrohungspotential für die Ölanlagen mehr aufweist.

Aus dem Irak kommt Kunde über einen Anstieg der Produktion. Die steht in ihrem Zuverlässigkeitsgrad auf der Stufe von Meldungen aus Venezuela. Damit hat sie als positive Nachricht wenig Einflussvermögen.

Nach kurzem Intermezzo der bärischen Nachrichten setzten sich die bullischen Themen gestern durch und geben den Preischarts wieder ein entsprechendes Bild.

Heute Morgen verhält sich der Gasölpreis zögerlich. Mit 242,50$ pro Tonne steht er nur unwesentlich über dem gestrigen Startwert. Im Tagesverlauf war Gasöl bereits deutlich teurer.

Unser Heizölpreis geht unverändert in den Tag. Preisrückgänge sind angesichts des schnellen Anstiegs der letzten Tage möglich. Ingesamt besteht aber ein starkes Potential für teureres Heizöl in den kommenden Wochen. Wir raten dringend, sich jetzt noch einzudecken. Auf Grund des bereits vollzogenen Anstiegs schlagen wir nur noch den Kauf eines Halbjahresbedarfs vor.

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