Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Tribut an die Lage

Gestern zeigten die Preise eine spürbare Reaktion auf die Themen, die die Märkte aktuell beschäftigen. Sie stiegen deutlich. Der Anstieg schien überfällig, denn die Nachrichtenlage gibt allen Anlass zu Nervosität im Ölgeschäft.

Die Themen sind hinlänglich bekannt: Ausweitung der Streiks in Venezuela und Gefährdung der US-Ölversorgung, drohende Krieggefahr im Irak und Gefährdung der Welt-Ölversorgung, Kältewelle in den USA. Es gibt keine bedeutenden Veränderungen zu den Vortagen zu berichten außer der Reaktion der Preise.

In der Nacht wurden die API-Daten zur Entwicklung der US-Ölvorräte bekannt gegeben. Sie fallen überraschend positiv aus.

Rohöl verliert zur Vorwoche 0,3 Mio. Barrel und steht damit bei ?7,9% zum Vorjahr.
Heizöl und Diesel gewinnen 1,8 Mio. Barrel zur Vorwoche und stehen nun bei ?11,3% zum Vorjahr.
Benzin gewinnt 4,3 Mio. Barrel zur Vorwoche und steht damit bei +2,1% zum Vorjahr.

Die Veränderung bei Benzin, das in der letzten Zeit als besonders kritisch angesehen wurde und das bei allen jüngeren Preisanstiegen eine Führungsrolle spielte, ist bemerkenswert. Die Werte sollten allerdings skeptisch beurteilt werden. Vor endgültigen Schlüssen sind die Angaben des DOE, die heute Nachmittag folgen, abzuwarten.

Folgte man den Lagerangaben vorbehaltlos, müssten die Preise heute Morgen deutlich nachgeben. Das ist aber nicht der Fall. Skepsis ist angebracht, da gerade Benzin durch die Lieferausfälle von Venezuela nicht nachströmt. Es liegt der Verdacht nahe, dass die API-Werte die jüngsten Entwicklungen in Venezuela noch nicht beinhalten. Andererseits verschaffen die Daten doch etwas Beruhigung, denn offensichtlich scheint es um die generelle Versorgungssituation nicht schlecht zu stehen. Eventuell geht die Nachfrage in Folge der schlechten Konjunktur weiter zurück.

Der Gasölpreis zieht heute Morgen an. Mit 235$ pro Tonne steht er klar über dem Top von gestern, das bereits einen großen Teil des Preisanstiegs beinhaltet.

Unser Heizölpreis steigt ebenfalls. Dass der Ruck, den der gestrige Tag brachte, in eine stetige Aufwärtsbewegung mündet, sehen wir aber noch nicht. Zu unklar erscheint das, was uns die Ölbeobachter heute melden. Es bedarf einer Klärung der Lagerdaten und es bedarf der neuen Richtung der OPEC, die morgen in Wien tagen wird. Die vorliegenden Nachrichten sollten unserer Meinung nach eher für eine schwungvolle Seitwärtsbewegung gut sein. Morgen sieht das vielleicht schon anders aus.

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