Unseren neuen Kommentar für den 03.12.16 finden Sie hier.


Trotz guter Lagerdaten

Gestern gab es zwei Überraschungen im Ölhandel. Die jüngsten Zahlen über die US-Vorräte weisen einen deutlichen Aufbau der Rohölbestände aus. Im Handel setzt sich trotz der bärischen Nachricht ein bullischer Trend durch. Als Auslöser der Bewegung gilt abermals Benzin. Heizöl verhält sich neutral. Der Dollar zeigt nach schwachen Konjunkturdaten eine unerklärliche Stärke.

Die Lagerdaten gaben durchaus bärische Impulse. Aber nach kurzem Kampf gewannen die negativen Einflüsse der OPEC und der US-Benzinversorgung die Oberhand. Sie beendeten die Erholung der letzten Tage und sorgten für eine Rückkehr zum Aufwärtstrend. Als vollkommen verloren gilt ein kurzfristiger Fortgang der Gegenbewegung zwar noch nicht, aber die Wahrscheinlichkeit, dass diese sich heute doch noch durchsetzen kann, ist sehr gering.

Aus OPEC-Kreise kommen immer wieder Sticheleien über Kürzungen. Saudi Arabien sei entschlossen, die Mengen nach Fernost zu begrenzen. An den im Februar beschlossenen Reduktionen wird einstweilen festgehalten. Derartige Aussagen sind die Stützen des aktuellen Aufwärtstrends. Der Umstand, dass die OPEC derzeit 1,8 Mio. Barrel über Quote produziert, schlägt sich in den Preisen nicht nieder. Er schlägt sich aber langsam in den US-Öllagern nieder.

Die zeigen in den Berichten von API (American Petroleum Institute) und DOE (Department of Energy) einen deutlichen Aufbau. Gegenüber der Vorwoche wuchsen die Rohölbestände um 2,7 bzw. 3,7 Mio. Barrel. Damit hatte niemand gerechnet. Das wiederum erstaut, da die Weltförderung auf hohen Niveau läuft und Öl massiv gekauft wird. Die gewaltige Anzahl von Kontrakten zur Absicherung gekaufter Mengen ist ein Beweis dafür.

Die weiteren Daten über die US-Lager sind ebenfalls nicht ganz schlecht. Heizöl und Diesel werden mit ?0,5 bzw. +1,4 Mio. Barrel angegeben. Benzin verliert allerdings deutlich 1,8 bzw. 1,6 Mio. Barrel, was auch prompt für Preisauftrieb sorgt. Insgesamt legten die Vorräte um 0,4 bzw. 3,5 Mio. Barrel zu. Die Importe laufen auf hohem Niveau und lassen weiteren Bestandsaufbau erahnen.

Der Zusammenhang zwischen Bevorratung und Preisbildung gibt zu denken. Aktuell ist die Lagersituation ähnlich wie vor drei Jahren. Damals war Öl im Schnitt 17% billiger als heute. Vor zwei Jahren waren die Lager etwa 13% voller und der Ölpreis ca. 31% billiger als heute. Vor einem Jahr waren die Lager rund 7% geringer befüllt und der Rohölpreis unwesentlich teurer als heute. Gasöl war allerdings deutlich teurer. Die Preise begannen kriegsbedingt gewaltig zu fallen. In 14 Tagen wird sich zeigen, dass die Preise aktuell zu hoch sind. Begründet wird das Missverhältnis bisweilen mit dem billigen Dollar. Und in der Tat zeigte auf Euro umgerechnetes Öl im letzten Jahr eine bemerkenswerte Stabilität.

Daraus ergeben sich zwei mögliche Schlussfolgerungen. Entweder ist der Euro inzwischen zur Leitwährung für Öl geworden. Oder es entsteht eine Spekulationsblase auf Ölnotierungen. Die müsste zwangsläufig früher oder später platzen.

Der Gasölpreis legt heute Morgen wieder zu. Die Tonne kostet 276,50$.

Unsere Heizölpreise steigen heute Morgen. Dieser Umstand liegt im Rahmen unserer Erwartung für die Preisentwicklung in dieser Woche. Momentan sind die Preise sogar tiefer als in unseren Prognosen. Sie befinden sich auf einem Niveau, zu dem man ohne Bedenken kaufen kann. Der wirklich attraktive Kick für einen Großeinkauf fehlt ihnen zwar. Aber der ist kurzfristig auch nicht in Sicht. Vor einem Jahr waren 3000 Liter Heizöl im Bundesdurchschnitt 30% teurer.

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