Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


US-Ölbörse vor langem Wochenende

Die Preise bleiben ihrem Seitwärtstrend treu. Selbst unerwartet schlechte Daten über die Entwicklung der US-Vorräte konnten sie nicht aus der Bahn werfen. Bullische und bärische Markteinflüsse neutralisieren sich. Über der Preisbildung liegt die Angst vor Hurrikanen. Es gibt aber noch kein Zeichen für einen entstehenden Sturm. Der Dollarkurs ist vor der heute anstehenden Zinsentscheidung fast bewegungslos.

Die Ölvorräte in den USA schrumpften in er letzten Woche. Das wurde von Experten anders erwartet. Ein Beinbruch ist es allerdings nicht. Sowohl die Rohöl- als auch die Gesamtvorräte liegen deutlich über den Vorjahreswerten. Überhaupt ist die Vorratslage so gut, dass vor ihr eigentlich nur bärische Signale ausgehen können. Auf die ?schlechten? Daten von DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) wurde auch nur kurz mit einem Preisanstieg reagiert. Die Zahlen i.E.:

Rohöl: -3,0 Mio. Barrel (DOE) bzw. -1,5 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +1,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. +3,2 Mio. Barrel (API)
Benzin: -1,0 Mio. Barrel (DOE) bzw. -1,6 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Abbau von 2,2 (DOE) bzw. ein Aufbau von 0,1 (API) Mio. Barrel. Die Importe liegen auf Vorjahresniveau. Gegenüber der Vorwoche sind sie leicht gesunken. Die Raffinerieverfügbarkeit wird etwas besser als in der Vorwoche angegeben. Sie beträgt 94 Prozent. Die Hurrikanschäden aus dem letzten Jahr sind beseitigt.

Dass die Preise gestern über weite Strecken fielen, wird der bevorstehenden Wiedereröffnung des Calcasieu Schiffskanals in Louisiana zugeschrieben. Über die wegen eines Ölunfalls gesperrte Wasserstraße werden vier Raffinerien mit Rohstoff versorgt. Die vollkommen unkritische Versorgung mit Benzin kam wegen dieses Problems ins Gerede. Die Benzinpreise trieben die Ölpreise aufwärts. Großes Handelsinteresse an Benzin findet die Börse nicht mehr. Lediglich kurzfristig vor dem Unabhängigkeitstag in den USA, an dem traditionell sehr viel Auto gefahren wird, rückt das Produkt in den Fokus der Börsianer.

Die Preisverluste konnten schließlich aber nicht gehalten werden. Sie wurden bis Handelsschluss neutralisiert. Erneut setzte sich die z.Z. vorherrschende Seitwärtsbewegung durch. Begründet wird das mit der Hurrikanangst der Börsianer. Während des bevorstehenden langen Wochenendes, die US-Börse bleibt bis einschließlich Dienstag geschlossen, könnte es Sturmandeutungen geben, auf die man nicht reagieren könnte. Das legt eine neutrale Positionierung bei den Kontrakten als sinnvollen Kompromiss nahe.

Charttechnisch liegt ein stabiler Trend vor. Er weist je nach Interpretation seitwärts oder sehr schwach abwärts. Die Kraft für eine Trendänderung wird derzeit nur dem US-Wetter zugetraut.

Der Gasölpreis startet heute Morgen bei 628 $ pro Tonne. Der Wert liegt innerhalb der gestrigen Handelsspanne.

Unsere Heizölpreise haben eine kaum spürbare Tendenz zum Steigen. Die Marke von 0,60 Euro pro Liter bei 3000 Liter Liefermengen im Bundesdurchschnitt sehen wir dennoch als stabile Referenz an, um die das Preisgeschehen stattfindet, bis ein Hurrikan sie von dort kurzeitig entfernen wird. Preise deutlich unter dem genannten Niveau sind aus heutiger Sicht in einem Zeithorizont von ein bis zwei Monaten unrealistisch.

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt unter
E-Mail: KlausBergmann@esyoil.com

Presse-Kontakt

Weitere Informationen