Unseren neuen Kommentar für den 02.12.16 finden Sie hier.


US-Ölbestandsdaten ohne Einfluss

Jeden Mittwoch werden die Daten des Department of Energy zu den Änderungen in den US-Ölbeständen mit Spannung erwartet. Es werden Wetten abgeschlossen, ob sie gefallen oder gestiegen sind. Aber nicht nur der Anstieg oder Fall der Bestände ist für die darauffolgende Preisentwicklung von Bedeutung, sondern auch welche Erwartungen vorherrschten und ob diese erfüllt oder enttäuscht wurden. Am gestrigen Mittwoch wurden die Erwartungen enttäuscht. Erwartet wurde ein Aufbau der Bestände, aber letztlich kam ein Minus unter dem Strich heraus. Ursache hierfür war aber nicht die gesteigerte Nachfrage, die ein Indiz für eine gesteigerte Wirtschaftsleistung in den USA sein könnte, sondern eine geringere Raffinerieauslastung. Es wurde schlicht weniger importiert und weniger verarbeitet, deswegen bleibt auch weniger in den Tanks. Was sich hier beinahe plausibel darstellt, hätte aber auch ganz anders ausgehen können. Viel mehr als die tatsächliche Versorgungslage mit Öl spielt seit geraumer Zeit die Versorgungslage der Finanzwirtschaft mit Geld eine weitaus größere Rolle. Die weiteren Zutaten sind beliebige Wirtschaftsdaten, die frei nach Lesart mal gut und mal schlecht für den Ölpreis oder die Weltwirtschaft sind. Die Ölpreise blieben jedenfalls unbeeindruckt und fielen ein wenig, währenddessen der Dollar ein wenig an Boden gewinnen konnte.

Die Ursache unserer Äußerungen, nämlich die US-Bestandsdaten, wollen wir dennoch nicht vorenthalten. Das DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute), die beiden für die Datenerhebung zuständigen Institutionen, lieferten bärische Zahlen aus den Lagern. Sie lauten wie folgt:

Rohöl: -2,4 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,3 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -0,5 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,5 Mio. Barrel (API)
Benzin: -0,5 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,1 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Abbau von 3,4 (DOE) bzw. 0,1 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung ist mit 87 Prozent gesunken und relativ niedrig. Das ist weiterhin die Folge von Abschaltungen wegen des Hurrikans im Golf von Mexiko vor fünf Wochen. Die Gesamtbevorratung liegt gleichwohl nur knapp drei Prozent unter dem Vorjahr, wie diese Grafik zeigt. Angesichts der schwachen Nachfrage muss sie aus als üppig bezeichnet werden.

Heute Morgen setzen die Ölnotierungen ihren Weg auf dem gestrigen Niveau fort. Nach einem Abgang in Folge der Veröffentlichung der US-Bestandsdaten, zogen sie im späten Handel wieder an. Dadurch waren nahezu alle Verluste wieder glatt gestellt. Die Tonne Gasöl kostet 969,50 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 90,26 Dollar und in London zu 110,16 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 77,61 Eurocent.

Unsere Heizölpreise bewegen sich weiter im Seitwärtstrend. Anzeichen für einen ordentlichen Preisnachlass sind nicht in Sicht. Maximal die als stabilisiert geltende Eurozone könnte durch billigere Importe für eine kleine Entlastung sorgen. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren elektronischen Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

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