Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


US-Ölvorräte unbefriedigend

Von einem Abwärtstrend, wie er nach dem Ende der Kriegshandlungen im Irak erwartet wurde, kann wirklich nicht die Rede sein. Zumindest nicht, wenn man damit die Preisbewegung von Rohöl meint. Die Preise ziehen vollkommen unentschlossen seitwärts. Nach Bekanntgabe der jüngsten Zahlen über die US-Ölvorräte kletterten die Notierungen um fast den Wert, den sie am Vortag eingebüßt hatten. Das Spiel mit sich neutralisierenden Gewinnen und Verlusten dauert nun bereits 5 Handelstage an.

Zur Verstimmung an den Terminmärkten führte die Tatsache, dass die US-Rohölvorräte nicht steigen wollen. Die immer wieder beschworene Ölschwemme wird einfach nicht in den Lagern sichtbar. Bei Heizöl, Diesel und Benzin konnten höhere Bestände gegenüber der Vorwoche gemeldet werden. In Summe über alle Produkte gibt es sogar ein Plus von 2,8 Mio. Barrel laut DOE (Department of Energy). Doch vermochte dieser Umstand den Frust der Händler über die Rohölsituation nicht zu lindern. Sie ließen alle Preise steigen.

Analysten wiesen darauf hin, dass der Rohölvorrat deutlich unter dem Durchschnitt der letzten Jahre liegt. Die insbesondere mit dem Wiederaufbau des Iraks verbundenen Hoffnungen auf gewaltige Ölmengen, die auf die Preise drücken, sind nach Meinung einiger Experten Phantastereien.

Robert Ebel vom Zentrum für strategische und internationale Studien sagte auf einer Konferenz, man sollte keine Ölströme aus dem Irak erwarten. Sie werden nicht kommen. Die irakische Ölindustrie ist derart heruntergewirtschaftet, dass Investitionen zwischen 5 und 7 Mrd. Dollar und ein Zeiträume zwischen 1,5 und 2 Jahren nötig sind, um sie wieder auf den Stand zur Zeit vor dem ersten Golfkrieg zu bringen. Damals wurden in der Spitze fast 3,5 Mio. Barrel pro Tag aus den Bohrlöchern gepumpt.

Nun wird aber niemand diese Investitionen tätigen, wenn die politischen Verhältnisse im Land nicht geklärt sind. Es gibt alte Schulden in Höhe von 320 Mrd. Dollar, deren Tilgung in den Sternen steht. Es gibt Ölabkommen mit Russland und China, über deren Anerkennung keine einheitliche Auffassung existiert. Es gibt Kriegsgewinner ohne einen schlüssigen Plan für die Fortentwicklung des Landes. Die simple Schlussfolgerung ist derzeit die, dass sich der Irak auf unabsehbare Zeit in einem Zustand frei von internationalem Recht befindet, dass nur Hasardeure nicht aber seriöse Ölgesellschaften zu Investitionen anlockt.

Die seit dem Ende des eigentlichen Krieges im Irak bestehende preisdrückende Phantasie hat also kein solides Fundament. Daher ist es durchaus möglich, dass sie in einer entgegengesetzt wirkenden Enttäuschung endet.

Heute Morgen geht der Preisanstieg verhalten weiter. Gasöl kostet zur Stunde 213$ pro Tonne.

Unsere Heizölpreise haben einen besseren Lauf als Rohöl und Gasöl. Sie werden vom Dollar, der sich in der Tat in einem Abwärtstrend befindet, laufend auf neue 12-Monats-Tiefs geschickt. Solange sich die Ölpreise seitwärtsbewegen, ist die Spekulation auf die Vorteile für Heizöl durch den Dollartrend durchaus naheliegend. Die Richtung der Weltmarktpreise kann aber jederzeit drehen. Die Kompensationsmöglichkeit des Dollars ist dann schnell erloschen. Wachsamkeit ist also geboten. Im Übrigen sind die aktuellen Preise für wenig spekulative Käufe ausgezeichnet.

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