Unseren neuen Kommentar für den 10.12.16 finden Sie hier.


US-Börsen heute geschlossen

Ab sofort wird Heizöl in den Augen der Ölbroker wieder an Bedeutung gewinnen. In den kommenden Wochen wird die Frage, ob die Vorräte für den nächsten Winter ausreichend sind, die Preise bewegen. Heute beginnt die Suche nach dem angemessenen Preis ohne die New Yorker Händler. Sie feiern den Tag der Arbeiter.

Die Voraussetzungen für eine Änderung der Preisbewegung sind nicht gut. Der Irak, Nigeria und Venezuela funktionieren als Lieferstaaten mehr schlecht als recht. Damit besteht eine latente Gefahr für weitere Störungen in der Versorgungskette. Und doch sollte man die Möglichkeit für einen Richtungswechsel der Preise nicht vollkommen ausschließen.

Die Preischarts für Rohöl und Gasöl zeigen eine Konstellation, die etwas Hoffnung bietet. Die Spitze des jüngsten Preisanstiegs konnte das letzte Top nicht überschreiten. Das ist als Zeichen aufkommender Schwäche im Aufwärtstrend zu bewerten. Nun werden die Preise in der nächsten Zeit kaum mit wehenden Fahnen abstürzen. Dazu sind die Voraussetzungen nicht gegeben. Aber sie werden vermutlich auf weitere Anstiege verzichten.

Ein denkbares Szenario sieht folgendermaßen aus: In den kommenden Wochen bewegen sich die Preise seitwärts. In dieser Phase wird sich der Handel einen Hauch von Klarheit über die wichtigen Fragen zur Versorgungslage verschaffen. Haben die USA genug Heizöl für den Winter gebunkert? Wird man in absehbarer Zeit mit dem Irak als Lieferant rechnen können? Werden die ethnischen Verwerfungen in Nigeria geglättet werden können? Gibt es eine Chance, dass Venezuela noch einmal auf die Beine kommt? Wie viel Öl kommt aus Russland auf den Markt? Wird die OPEC ihre Quotenpolitik ändern? Wenn sich zu diesen Themen ein Antworten herausschält, wird der Preis wieder eine nennenswerte Bewegung vollziehen. Hoch oder runter? Ergebnis offen.

In Europa droht allerdings ein weiter Umstand den Preis anzuschieben. Der US-Dollar. Er erwies sich in letzter Zeit als eigentlicher Preistreiber. Nun hat er übertrieben und fällt auf ein plausibleres Maß zurück. Das könnte um die 0,90 EUR liegen. Die Wahrscheinlichkeit, dass es danach wieder aufwärts geht, ist angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung auf den zwei Seiten des Atlantiks groß.

Heute Morgen hält sich der Gasölpreis auf hohem Niveau. Er hat die Marke von 250$ pro Tonne am Freitag wieder erreicht und lässt sie momentan noch nicht los. Wir vermuten allerdings, dass der Preis heute Abend unter dieser Marke liegen wird.

Unsere Heizölpreise bewegen sich schon wieder aufwärts. Da es aber dem Weltmarkt an Stärke mangelt und der Dollar endlich seine Übertreibung abgibt, hat Heizöl die Chance kurzfristig billiger zu werden. Ein gewichtiges Argument gibt es allerdings, was das verhindern kann. Die Ferienzeit ist fast vorüber. Die weniger preisbewussten Verbraucher beginnen ihre Winterkäufe. Der Binnenmarkt belebt sich wieder. Nun wird der Handel den Margenverzicht, den er in den letzten Wochen leistete, schnell abbauen. 3% - 5% beträgt das Teuerungspotential, das darin steckt.

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