Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


US-Bestände und Charttechnik

Der Ölpreis stieg gestern Abend wieder. Nachdem am Nachmittag die US-Bestandsdaten veröffentlicht wurden, reagierten die Preise erst verhalten. Im späten Handel stiegen sie dann aber wieder und lösten charttechnisch Kauforders aus. Damit wurden gleich zwei Szenarien erfüllt. Zum einen war wegen der letzten Kursverluste eine Gegenreaktion fällig und zum anderen war der Verbrauch insbesondere von Benzin für die Marktteilnehmer zu hoch. Offensichtlich ist die Fahrlust der US-Bürger doch noch nicht gänzlich erloschen und damit auch die Konjunkturaussichten nicht so schlecht, als das der Ölpreis hoch bleiben dürfe. Der kurzfristige Abwärtstrend scheint zunächst gebrochen und die Preise bewegen sich in einem relativ breiten Band seitwärts. Diese Seitwärtsbewegung ist durch größere Auf- und Abschläge gekennzeichnet.

Den größten Abschlag in den Beständen erfuhr gestern Benzin und dies wurde einheitlich von den beiden maßgeblichen Quellen veröffentlicht. Dies sind DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute). Dieser Umstand lässt die Durchschlagskraft des Bestandsabbaus steigen. Die Daten lauten wie folgt:

Rohöl: -0,1 Mio. Barrel (DOE) bzw. -2,1 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +2,4 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,6 Mio. Barrel (API)
Benzin: -3,5 Mio. Barrel (DOE) bzw. -3,8 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Abbau von 1,2 (DOE) bzw. 4,5 (API) Mio. Barrel. Die Importe waren wieder höher als in der Vorwoche und im Vorjahr. Die Raffinerieverfügbarkeit blieb bei 87 Prozent auf einem niedrigen Niveau gleich. Auch dies lässt die Preise steigen, da doch mehr Benzin verbraucht wurde, als dies die allgemeine Erwartung war.

Auch wenn die Preise in dem sich herausbildenden Preisband bleiben und die OPEC der Ansicht ist, dass die Ölpreise immer noch zu hoch sind, muss darauf hingewiesen werden, dass die Förderung und Produktion von Öl und Ölprodukten insgesamt höhere Kosten verursachen als noch vor wenigen Jahren. Die Spiele der Börsen finden also auf einem generell höheren Niveau statt. Eigene Spekulationen auf niedrigere Preise sollten dies berücksichtigen.

Heute Morgen bleiben die Preise auf dem hohen Niveau von gestern Abend. Die Tonne Gasöl kostet 1.157,00 Dollar. Das Barrel Rohöl kostet in New York 126,76 Dollar. Der Dollar verliert in diesem Spiel leicht, dennoch kann der Euro den Kursanstieg des Öls nicht wettmachen.

Unsere Heizölpreise ziehen wieder an. Die Spekulation von gestern auf heute war zu heiß. So lohnenswert die Beschäftigung mit den Marktpreisen plötzlich wieder ist, so notwendig bleibt langfristig die Beschäftigung mit dem Verbrauch.

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